So, 19. August 2018

Quellen vom Netz:

11.10.2016 17:23

Alarm um Bor im Trinkwasser

Schadstoffe im Grundwasser bringen jetzt weitere Quellen zum Versiegen! Nachdem ein Brunnen wegen des Umweltgiftes HCBD vom Netz genommen werden musste, fallen jetzt auch die wichtigsten Pumpen für die Trinkwasserversorgung von Klagenfurt aus. Experten suchen nach der Quelle für die Verunreinigung.

Altlasten sorgen beim Trinkwasser für immer neue Probleme. Nachdem die Klagenfurter Stadtwerke bereits 2014 die Quelle Rain wegen Deponie-Giftstoffen vom Netz nehmen mussten (wir haben berichtet), sind jetzt weitere Quellen versiegt. Der Grund dafür: Das chemische Element Bor, das etwa als Schmutzlöser und Bleichmittel in Waschmitteln vorkommt und als Indikator für Abwässer gilt. Wie Prüfergebnisse von Dienstag zeigen, wurde in einem Brunnen der Bor-Grenzwerte von  einem Milligramm überschritten (1,3 Milligramm). "Wir haben Untersuchungsergebnisse bekommen und sofort reagiert. Vier Pumpen wurden vom Netz genommen", so Clemens Aigner, Vorstand der Stadtwerke Klagenfurt.

Nach dem Trinkwasserbrunnen Rain trifft es diesmal mit den Brunnen des Wasserverbandes St. Veit die Trinkwasser-Hauptversorgung der Landeshauptstadt. Mehr als die Hälfte der kostbaren Ressource kommt aus diesem Gebiet.

Jetzt bleiben nur noch zwei Brunnen übrig. Aigner: "Wir können die Versorgung mit den Anlagen Straschitz und Zwirnawald aber weiter aufrechterhalten."

Betroffen ist auch die Wasserversorgung von St. Veit. Bürgermeister Gerhard Mock will beruhigen: "Wir haben den Brunnen, bei dem der hohe Bor-Wert festgestellt worden ist, vom Netz genommen. Die anderen drei Pumpen laufen weiter." Das Vorgehen der STW Klagenfurt, alle Anlagen vom Netz zu nehmen, hält er für "voreilig".

Wie Recherchen ergeben haben, war der Bor-Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (0,5 Milligramm) bei der Wasserschiene Krappfeld bereits im Mai erreicht worden. Ein entsprechendes Überprüfungszeugnis war Dienstag aber plötzlich von der Internetseite der Stadtwerke verschwunden. Wegen "technischer Probleme", heißt es. Es wurde übrigens nach "Krone"-Anfrage wieder online gestellt.

Jetzt läuft die fieberhafte Suche nach der Quelle für die Verunreinigung. Im Verdacht steht die Chemie-Deponie "Rosswiese", die nur fünf Kilometer vom betroffenen Brunnen entfernt liegt. Die Altlast gilt zwar seit 1997 als gesichert. Das Umweltbundesamt hatte aber auch noch Jahre später vor Verschmutzungen des Grundwassers gewarnt.

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