32.000 Festnahmen

Türkei vor “größten Prozessen in der Geschichte”

Ausland
28.09.2016 11:16

Die türkische Regierung hat als Reaktion auf den gescheiterten Putsch im Juli laut eigenen Angaben bisher rund 32.000 Verdächtige inhaftieren lassen. Gegen insgesamt 70.000 Menschen sei ermittelt worden, wobei dieser Prozess "noch nicht abgeschlossen" sei, wie Justizminister Bekir Bozdag am Mittwoch sagte. Die bevorstehenden Gerichtsverfahren seien "die bisher größten in der türkischen Geschichte" und es sei "noch nicht ganz geklärt", wie sie geführt würden.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte nach dem gescheiterten Putsch am 15. Juli umfangreiche "Säuberungen" im Staatsapparat angekündigt. Seither wurden Zehntausende Mitarbeiter der Sicherheitskräfte, der Justiz und des Bildungswesens aus dem Dienst entfernt. Fast 34.000 Häftlinge wurden vorzeitig entlassen, um Platz in den überfüllten Gefängnissen zu schaffen.

Gülen: Erdogan hat "Coup" selbst inszeniert
Erdogan betrachtet den im Exil in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und seine Hizmet-Bewegung als Drahtzieher des Umsturzversuchs. Gülen wiederum behauptet, der Präsident habe den "Coup" selbst inszeniert und Jahre im Voraus geplant. "Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet", sagte der Prediger vergangene Woche, nachdem die Türkei von den USA einmal mehr seine Auslieferung verlangt hatte.

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