Mi, 20. März 2019
27.09.2016 17:45

Nach Bombardements

Aleppo: Syrische Armee begann Bodenoffensive

Nach mehreren Tagen heftiger Luftangriffe auf die Rebellengebiete der Großstadt Aleppo haben am Dienstag die syrische Armee und mit ihr verbündete Kräfte mit der bereits vor Tagen angekündigten Bodenoffensive begonnen. Die Angriffe wurden laut Angaben der Regierung aus vier Richtungen geführt. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über den Verlust einiger Teile der Altstadt, es handle sich jedoch um keine strategisch wichtigen Erfolge der Armee.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es hingegen, die Armee habe das Viertel Al-Firafara nahe der Zitadelle Aleppos eingenommen. Auch am Dienstag griffen Jets und Hubschrauber Rebellengebiete an. Die Helfer der unabhängigen Rettungsorganisation Weißhelme zählten 13 Tote.

Der von Rebellen kontrollierte Osten Aleppos hatte in den vergangenen Tagen den heftigsten Bombenhagel seit Beginn des Bürgerkrieges vor mehr als fünf Jahren erlebt. Mehr als 260 Menschen wurden bei täglich Dutzenden Luftangriffen getötet. Die USA und Russland machten sich gegenseitig für die Eskalation der Gewalt verantwortlich.

Die Provinz Aleppo gehört zu den umkämpftesten Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Die Provinzhauptstadt Aleppo besitzt für beide Seiten einen großen strategischen und symbolischen Wert. Das Regime kontrolliert den Westen der früheren Handelsmetropole, Kräfte der Opposition den Osten. Die Rebellengebiete sind seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. Bis zu 300.000 Menschen sind dort eingeschlossen und leiden unter massivem Mangel an Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung.

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