Kein Alkoholproblem?

Juncker trinkt bei Interview 4 Gläser Champagner

Ausland
16.09.2016 10:41

Auch wenn er erst vor Kurzem öffentlich klargestellt hat, dass er kein Alkoholiker sei - die Gerüchte über ein Alkoholproblem Jean-Claude Junckers wollen nicht verstummen. Und sie dürften nicht ganz aus der Luft gegriffen sein: Wie die französische Zeitung "Liberation" berichtete, habe der EU-Kommissionschef während eines Interviews gleich vier Gläser Champagner getrunken.

In dem ausführlichen Interview nahm Juncker Stellung zu allen Vorwürfen und "Kampagnen gegen meine Person", wie er die Äußerungen mancher hochrangiger Politiker aus den EU-Staaten vor und vor allem nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien bezeichnete. Damals wurden mehr oder weniger offene Rücktrittsaufforderungen geäußert, da Juncker als "Teil des Problems" innerhalb der EU gesehen wird.

Orban mit "Hallo, Diktator!" begrüßt
Gegen diese Angriffe und auch gegen die sich seit 2014 hartnäckig haltenden Gerüchte über ein mögliches Alkoholproblem wehrt sich der Kommissionspräsident vehement. Zur Sprache kam ein besonders skurriler Auftritt Junckers während eines EU-Gipfels in der lettischen Hauptstadt Riga im Mai des Vorjahres. Damals begrüßte der Luxemburger den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban mit den Worten: "Hallo, Diktator!".

Das sorgte für verdutzte Gesichter unter den anwesenden Politikern und Delegierten. Auch wenn danach sowohl Orban als auch Juncker betonten, dass sie sich seit geraumer Zeit auf diese Art und Weise begrüßten: Das und ähnliche "Späße" des 61-jährigen Kommissionschefs - er küsst prinzipiell alle EU-Staats- und Regierungschefs, manche von ihnen bekommen sogar eine sanfte Watsche - werten viele Beobachter oftmals als Zeichen einer Alkoholisierung Junckers.

"Meine Frau dachte, ich lüge sie an"
Auf all diese Dinge angesprochen, meinte er nun gegenüber "Liberation": "Ich bin einfach so. Sobald jemand ein bisschen anders auftritt, wird er als Verrückter oder Alkoholiker abgestempelt. Glauben Sie wirklich, dass ich noch im Amt wäre, wenn ich täglich Kognak zum Frühstück tränke?" Die Gerüchte machten ihn "wirklich traurig" und führten sogar dazu, dass er sich vor seiner Frau rechtfertigen musste, "ob ich denn nicht lüge, wenn ich zu Hause nichts trinke".

Gleichgewichtsstörungen nach schwerem Autounfall
Seinen wankenden Gang führt Juncker auf Gleichgewichtsstörungen zurück, an denen er seit einem schweren Autounfall im Jahr 1989 leide. "Ich war damals drei Wochen im Koma und danach sechs Monate in einem Rollstuhl", so der 61-Jährige.

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