Von wegen "gratis"

Jugendkonten sind potenzielle Spesenfallen

Wirtschaft
13.09.2006 16:42
Schüler- und Jugendkonten können zur Spesenfalle werden - davor warnt die Arbeiterkammer Wien. Ein Test bei 16 Banken hat demnach gezeigt, dass Jugendliche zwar mit "Gratis-Konten" umworben werden, die tatsächlichen Kosten aber bei bis zu 105,70 Euro pro Jahr liegen können.

Der aktuelle Test hat ergeben, dass vor allem Barbehebungen, Dauerauftragsänderungen und Kontoschließungen teuer werden können.

Die Hälfte der Kreditinstitute verrechnen eine Kontoschließungsgebühr, die bis zu 15 Euro ausmachen kann. Änderungen eines Dauerauftrages kosten bei vier Banken extra. Sie verrechnen dafür bis zu zwei Euro. Vier Banken verlangen auch Entgelte für die Behebung an der Kassa.

Sieben Banken halten "Gratis-Konto"-Versprechen
Werbeaussagen versprechen Jugendlichen laut Arbeiterkammer oft ein "Gratis-Konto" oder zumindest die "kostenlose" Kontoführung. Der AK-Test zeige, dass dies nicht immer zutrifft. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Angeboten ist laut AK "enorm". Lediglich sieben Banken verrechnen für Schüler- und Jugendkonten keine Kontoführungs- und Buchungskosten.

Für die Kontoüberziehung von Jugendkonten werden 5,5 Prozent (Hypo Alpe Adria) bis 9,5 Prozent (BA-CA, Erste Bank, Sparda Bank Wien, PSK, BAWAG) verrechnet. Die Bandbreite der Habenzinsen reicht von 2,25 Prozent (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) bis zu 0,125 Prozent (Sparda Bank Wien, Wiener Spar- und Kreditinstitut).

Vorsicht bei Überziehungsramen
Die Ausgabe von Karten an Schüler ohne Einkommen ist bei allen Instituten grundsätzlich möglich, Jugendliche können über das Konto auch mittels Bankomatkarte verfügen. "Die Funktionen der Karten sind sehr unterschiedlich", betonte AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. In einigen Fällen können auch Jugendliche ohne Einkommen ihr Konto überziehen. In diesem Fall haften die Eltern.

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