Angst vor Keimen
Italienerin lebt 26 Jahre in völliger Isolation
"In der Wohnung raubte ein Verwesungsgeruch einem den Atem, die Polizisten mussten Atemmasken tragen", berichtete die römische Zeitung "La Repubblica" am Sonntag. "Keine Luft, keine Sonne, keine Besucher", schrieb das Blatt weiter. Der Bruder habe die Frau mit Lebensmitteln versorgt. Er habe das Schicksal seiner Schwester schließlich auch den Behörden mitgeteilt. Der Bruder sei selbst krank und müsse zur Behandlung ins Krankenhaus, da habe er seine Schwester nicht unversorgt zurücklassen wollen, hieß es.
Vor dem Beginn der Krankheitskeim-Phobie habe die Italienerin ein normales Leben gelebt, habe studiert und Examen machen wollen. "Dann habe die Krankheit alles verändert", schreibt das Blatt. Auch Nachbarn und Freunde hätten von dem grausamen Schicksal gewusst, mit der Gefangenen telefoniert, aber nichts unternommen, hieß es. Nun mache sich der Bruder, der ihr die Lebensmittel stets vor die Haustier geliefert habe, schwere Vorwürfe.
Die Gefangene selbst habe ihre übel riechende Festung zunächst nicht verlassen wollen. "Haut ab", habe sie die Männer vom Gesundheitsamt angeschrien. Dann sei sie aber doch freiwillig mit zur Untersuchung in eine Klinik gegangen.
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