Wirbel um Kosten

Bundeswettbewerbsbehörde prüft nun Bankomatgebühr

Wirtschaft
02.05.2016 14:18

Finanzminister Hans Jörg Schelling hat am Montag Spitzenvertreter der heimischen Banken getroffen, um über die Einführung von Gebühren bei Bankomat-Abhebungen zu diskutieren. Ergebnis: Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) startet ein Monitoring und erkundet die Lage.

Keine Bank denke daran, den eigenen Kunden Kosten dafür zu verrechnen, dass sie ihr Geld abheben - schließlich könne man ja auch am Schalter nicht weniger Geld auszahlen als gerade abgehoben wird, sagte Schelling nach dem Treffen vor Journalisten. Manche Banken verrechnen Kunden anderer Institute aber jetzt schon Gebühren, wenn sie bei ihnen Geld abheben. Ob dieses Prinzip auf breiter Front eingeführt wird, sei derzeit noch offen.

Besonderes Problem seien laut Schelling aber die "Drittanbieter", das sind Bankomaten, die nicht Teil des großen österreichischen Bankomatkreislaufs sind und von anderen Institutionen betrieben werden. Bei Abhebungen von diesen Geräten fallen Kosten an, die derzeit die Hausbank tragen muss. Bei diesen Drittanbietern müsse es künftig Warnhinweise geben, dass bei einer Abhebung Gebühren anfallen.

Bis zum Ende des Monitorings keine Anpassungen
Für Abhebungen innerhalb des Systems ist bis zum Ende des BWB-Monitorings mit keinen Anpassungen zu rechnen, erwartet Schelling. Wie lange es dauern wird, ließ er offen, Experten gehen von "Monaten" aus. Doch auch danach könne das Ministerium keine Vorgaben machen, da der freie Wettbewerb gelte, sondern Schelling will dann in Einzelgesprächen mit den Banken über die weitere Vorgangsweise sprechen.

Der Minister geht davon aus, dass es einen neuen Vertrag brauchen wird, um die neuen Gebühren beim Kunden durchzusetzen. Einmal mehr sprach sich Schelling gegen ein gesetzliches Verbot von Bankomatgebühren aus, wie es Sozialminister Alois Stöger gefordert hat. Auch die BWB sehe dies kritisch. Positiv sei, dass Österreich bei den Gesamtkosten für ein Konto im Europavergleich "im unteren Segment" liege, so Schelling.

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