Der umständliche Weg zu deinen Daten
Der letzte Clou von Ganoven hat es ganz schön in sich: Unbemerkter Klau des Eingabecodes von Bankomatkarten. Hierzu wird ein erster Einbruch begangen, um einen Chip in den Bankomat-Terminal zu integrieren. Dieser Chip zeichnet nun die Daten aller Bankomatkarten auf, mit denen bei diesem Terminal bezahlt wird. Nach einiger Zeit wird dann der Chip bei einem erneuten Einbruch wieder abgeholt – voll mit wertvollen Code-Informationen, die den Nachbau der Originalkarte ermöglichen. Mit diesen gefälschten Karten können die Verbrecher dann beliebige Summen vom jeweiligen Konto abheben. Keine sehr angenehme Vorstellung.
Wie man dem Betrug auf die Spur kommt
Am besten hältst du beim Betrachten der Zahlungsströme auf deinem Konto nach ungewöhnlichen Bewegungen Ausschau zu. Verdächtige Zahlungen in Zusammenhang mit dem Betrug kommen dabei ausnahmslos aus dem Ausland, da die Täter die Kartenduplikate in Österreich nicht einsetzen können. Der Grund dafür ist, dass die Kartenduplikate basierend auf Magnetstreifen-Technologie angefertigt werden, in Österreich jedoch der Einsatz der sichereren Chip-Technologie bei Kartenzahlungen aber bereits Standard ist. Im Ausland ist die „alte“ Kartentechnologie jedoch noch im Einsatz, weshalb die betrügerischen Behebungen nur im Ausland, wie z.B. in Frankreich, getätigt werden können.
Verdächtige Zahlungsströme können übrigens von Europay auf ihren Zusammenhang mit dem Betrug untersucht und eindeutig zugeordnet werden. Solltest du also daran gedacht haben, einen Freund mit der betrügerischen Belastung deiner Karte zu betrauen – vergiss es am besten gleich wieder!
Was tun, wenn verdächtige Zahlungen auftauchen
Sofort die Hausbank informieren. Die Hausbank leitet dann alle weiteren Schritte in die Wege: sie lässt deine Karte sperren, und beantragt bei Europay die Ausstellung einer neuen Karte. Und es wird dafür gesorgt, dass dein Geld bald wieder auf deinem Konto ist – du bekommst den Betrag von Europay ersetzt.
Wie kannst du dich gegen den Betrug schützen?
Eines vorweg: Sich gegen diese Art von Betrug zu schützen ist grundsätzlich nicht möglich. Es bringt nichts, in bestimmten Geschäften auf die Bankomatzahlung zu verzichten, da es „das Geschäft“, in dem du einem Betrug aufsitzen könntest, nicht gibt. Europay-Sprecherin Angelika Scivatz versichert weiters, dass ein zusätzlicher Schutz gegen diese neue Art von Betrug auch nicht notwendig ist. Denn es entsteht dir außer der Unannehmlichkeit, den Schaden bei der Bank zu melden und auf die neue Karte zu warten, kein Schaden und auch keine Kosten. Beim Zahlen mit Bankomat bist du also genauso sicher oder eben unsicher wie zuvor.
Allgemeine Tipps zum sicheren Umgang
Im Umgang mit der Karte gilt es jedoch immer, eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen. Denn dir kann sehr wohl Schaden entstehen, wenn du Opfer eines Karten-Diebstahls wirst. Hier sei zunächst wie eine tibetische Gebetsmühle wiederholt, was Banken und Karten-Unternehmen seit Jahren predigen: Niemals Code und Karte zusammen aufbewahren, egal ob in der Brieftasche oder zu Hause. Dies ist grobe Fahrlässigkeit, und im Schadensfall bleibt der Karteninhaber zumindest auf einem Teil des Schadens sitzen.
Auch beim Zahlen mit der Karte solltest du mit der nötigen Umsicht handeln, um nicht allzu bereitwillig einem Kriminellen jene Tastenkombination zu zeigen, mit der er locker an dein Geld kommt. Am besten den Tastenweg bei der Eingabe auswendig lernen, und dann mit der aufgeklappten Brieftasche am Terminal die „Eingabe-Hand“ abschirmen. So kann dir niemand ungewollt über die Schulter sehen.
Was tun, wenn’s passiert
Wenn es dann doch passiert ist, und die Karte gestohlen wurde, oder man einen anderen Betrug vermutet, dann sollte man in jedem Fall die Notrufnummern der Kartenfirma oder der Bank bei der Hand haben. Heißer Tipp: Die Nummer am besten im Handy einspeichern, nicht in der Geldbörse verwahren. Je schneller man die Karte sperrt, desto besser. Manchmal reichen den Dieben Minuten, um das Konto leer zu räumen. Und auch zu lange Verzögerung bei der Meldung des Diebstahls wird als Fahrlässigkeit ausgelegt… was sich wiederum schlecht auf die Refundierung des Schadens auswirkt.
Schadensbegrenzung
Um Schäden zu begrenzen, können mit der Bank niedrigere Limits für die maximal pro Tag behebbaren Beträge vereinbart werden. Weiters kann auch, sofern nicht benötigt, der Überziehungsrahmen am Konto gesperrt werden, um zu vermeiden, dass bei einem Diebstahl dein Konto plötzlich ins Minus rutscht.
Abschließend sei jedoch eines gesagt: Bei einem sorgfältigen Umgang mit der Karte kann weiterhin bedenkenlos mit Bankomat gezahlt werden. Das Risiko ist das gleiche wie immer.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.