In Klagenfurt befürchten Hausbewohner, durch Styropor-Platten Umweltgiften ausgesetzt zu werden. Sie haben die Sanierung ihrer Wohnanlage beeinsprucht - der Konflikt um die Wärmedämmung beschäftigt das Gericht. Wie Studien zeigen, ist die Sorge der Bewohner nicht unbegründet.
In Kärnten ist der Boom von Wärmedämmungen mit EPS-Platten weiter ungebrochen. Viele Studien kommen jedoch zu dem Schluss, dass die als Waffe gegen den Klimawandel angepriesenen Platten unwirtschaftlich und umweltschädlich seien.
In Klagenfurt beschäftigt das Thema jetzt sogar das Gericht. Einzelne Bewohner einer Wohnanlage haben den Beschluss zur Styropor-Dämmung ihres Hauses beeinsprucht. "Platten sind voller Umweltgifte, Biozide, Fungizide", befürchtet Wohnungseigentümerin Renate Lafer gesundheitliche Schäden. Erst vergangenes Jahr ist der Giftstoff HBCD verboten worden, der in den meisten Platten als Brandschutzmittel vorkommt: HBCD gilt als hochgradig toxisch. Lafer: "Wer sagt, dass der Stoff nicht weiterverarbeitet wird. Es gibt dafür Sonderzulassungen."
Sicher ist: Unter der Langlebigkeit der Stoffe werden künftige Generationen leiden. Bei der Demontage muss die Belastung der Platten nach der Recycling-Baustoffverordnung gemessen, die Platten als Sondermüll entsorgt werden. Die Preise dafür sind massiv gestiegen. Barbara Holtsch-Quendler, Chefin der Bauinnung der Wirtschaftskammer, rechnet damit, dass der Trend zur EPS-Platte dennoch anhält: "Das Problem ist, dass die Alternative um 30 Prozent teurer ist."


















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