Massaker in Bagdad

Bewaffnete schießen wahllos in die Menge

Ausland
09.07.2006 14:50
Bei dem bisher schwersten Ausbruch von offenbar konfessionell motivierter Gewalt in der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Bewaffnete am Sonntag mindestens 40 Menschen getötet, darunter auch Kinder. Das Massaker ereignete sich in einem sunnitischen Stadtteil. Die Bewaffneten haben wahllos auf die Bewohner gefeuert.

Augenzeugen schlossen nicht aus, dass das Blutbad eine Vergeltung für die Angriffe auf eine schiitische Moschee in einem sunnitischen Bezirk vom Samstag war, bei denen drei Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden seien. Das Innenministerium teilte mit, acht Personen seien am Sonntag an einem vorgetäuschten Kontrollpunkt erschossen worden. Soldaten der USA und aus dem Irak riegelten das Gebiet ab.

Die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Irak haben sich in den vergangenen Monaten drastisch verschärft und das Land an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemüht sich intensiv darum, die Spannungen zwischen den unter dem früheren Baath-Regime von Saddam Hussein dominierenden Sunniten und der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten abzubauen. Zugleich hat er erklärt, die Milizen im Land auflösen zu wollen, die nach Ansicht von Experten eine zunehmende Gefahr für seine Regierung der nationalen Einheit darstellen.

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