Brutale Betrunkene

Moskauer Polizisten verprügeln Studierende

Ausland
08.06.2006 10:47
In der russischen Hauptstadt Moskau haben angetrunkene Polizisten eine Gruppe ausländischer Studenten in deren Wohnheim zusammengeschlagen und ausgeraubt. Die fünf Opfer aus der zentralasiatischen Republik Tadschikistan sind mit zahlreichen Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden.

Die Angreifer haben mit Rohrzangen auf die Opfer eingeschlagen, meldete die Agentur "Interfax" unter Berufung auf die Moskauer Staatsanwaltschaft.

Verfahren wird eingeleitet
Ein Sprecher der zentralen Moskauer Polizeibehörde nahm seine Kollegen in Schutz. Die Polizisten hätten lediglich einen Streit unter ausländischen Studenten geschlichtet und niemanden angegriffen. Die Strafermittlungsbehörden leiteten ein Verfahren ein.

Entschuldigung nach Medienberichten
Die Internetagentur "gaseta.ru" und der Radiosender "Echo Moskwy" berichteten über den Vorfall. Nach Angaben der Studenten hat sich später ein Polizeioffizier für den von seinen Kollegen verübten Angriff entschuldigt.

Prügelnde Polizisten keine Seltenheit
In Moskau und anderen russischen Großstädten kommt es immer wieder zu Gewalt von Polizisten gegen Bürger. Der Menschenrechtsbeauftragte des Kremls, Wladimir Lukin, nennt polizeiliche Willkür ein großes Problem im Land. Häufig sind Ausländer Ziel der Angriffe.

Täter handelten vorsätzlich
Im vorliegenden Fall sollen die tadschikischen Studenten einer Verwechslung zum Opfer gefallen sein. Die Beamten, die teilweise Uniform trugen, hätten eigentlich eine Gruppe von jungen Kaukasiern verprügeln wollen, sich aber dann in der Tür geirrt. Eines der Opfer erkannte einen der Polizisten, weil dieser schon häufiger das Wohnheim aufgesucht hat.

Symbolbild

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