Die Schlammlawine kam mit Ankündigung: Trotz Warnungen wurden bei Arbeiten an Kraftwerksspeichern jetzt erneut Sedimente in Bewegung versetzt! "Auf einer Länge von um die 30 Kilometern wurde das Öko-System beeinträchtigt, mancherorts zerstört", kritisieren Naturschützer, Anrainer und Mölltaler Fischer.
Nach der Panne beim Absenken des Verbund-Speichers Rottau, sind auch bei Arbeiten am Kelag-Speicher Gössnitz massive Verunreinigungen aufgetreten. Das Umweltdrama dauert bereits über zwei Wochen lang an.
Das Öko-Drama hat jetzt auch Ermittlungsbehörden auf den Plan gerufen. Tina Frimmel-Hesse, Staatsanwaltschaft: "Die Polizei ist von sich aus tätig geworden. Auch von uns aus gibt es einen Ermittlungsauftrag wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt."
Bei der Speicher-Spülung am Mittwoch rückten schließlich die Beamten an. "Der Polizeihubschrauber stand im Einsatz, um Fotos aus der Luft zu bekommen", bestätigt Kärntens Polizei-Sprecher Rainer Dionisio.
Zur Beweissicherung und Schadensbeurteilung befischten dann gestern, Donnerstag, Gewässerökologen und Mitarbeiter des Landesfischereireferates die Möll. "Der Fischbestand bei den Äschen wurde dramatisch - um bis zu 90 Prozent reduziert", schildert Fischereireferent Gerhard Köfer nach einem Ortsaugenschein die Tragik: "Dieses Ergebnis kann man nicht schönreden." Jetzt gehe es darum zu klären, wer von den Kraftwerksbetreibern für die Naturkatastrophe verantwortlich ist. Beim Lebensministerium wurde eine Kommission eingerichtet - auch mit Kärntner Experten.
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