Sardinien-Flucht

Bill Gates will keine Steuer für Luxusyacht zahlen

Ausland
02.06.2006 12:54
Auch für Durchschnittsverdiener unvorstellbar reiche Menschen müssen sich nicht alles gefallen lassen: Der amerikanische Multimilliardär Bill Gates, Gründer von Microsoft, hat nicht vor, für seine Yacht bis zu 15.000 Euro Luxussteuer zu zahlen. Also lässt er die italienische Trauminsel Sardinien hinter sich.

Eigentlich wollte der Microsoft-Gründer, dessen Aktienvermögen auf über 40 Milliarden Dollar geschätzt wird, diesen Sommer mit seiner 120-Meter-Yacht "Octopus" wieder an der Costa Smeralda vor Anker gehen.

Flucht vor der Abzocke
Doch nach der Einführung der "Reichensteuer" zum 1. Juni hat er seine Pläne geändert, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera". "Die Luxussteuer verjagt Bill Gates", schreibt das Blatt. Weitere Gäste könnten es ihm nachmachen.

Wer hat, der hat...
Nach dem jüngsten Beschluss der Inselregierung müssen Besitzer von Privatyachten je nach Größe tief in die Tasche greifen. Schon für ein 14-Meter-Boot muss man 1.000 Euro pro Jahr auf den Tisch blättern, selbst wenn man nur einmal ankern will. Ein 30-Meter-Schiff kostet immerhin bereits 10.000 Euro. Auch für Privatsets und Ferienhäuser sind ähnliche Abgaben zu berappen. Allerdings: Inselbewohner sind davon befreit.

Sardinien als Promi-Reiseziel
"Das ist ein harter Schlag", kommentiert der Chef eines Yachthafens im feinen Porto Rotondo im Nordosten des Mittelmeer-Eilands. Hinzu kommt, dass die Preise zum Anlegen in Sardinien ohnehin sehr viel höher sind als in anderen italienischen Yachthäfen. Sardinien ist seit Jahren eines der beliebtesten Ferienziele der Schönen und der Reichen.  "Ich habe nichts gegen die Reichen, aber bis heute verdient Sardinien keinen Euro an den Häusern der Nicht-Einwohner", begründet der Inselgouverneur Renato Soru den Schritt.

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