31.05.2006 22:47 |

Tödlicher Felssturz

Steinbrocken zerquetschen Auto

Gewaltige Felsbrocken haben auf der Gotthard-Autobahn in der Schweiz ein Auto zerquetscht und ein deutsches Ehepaar getötet. Der Wagen ging in Flammen auf. Der 64 Jahre alte Mann und seine 57-jährige Frau sind auf einer Urlaubsfahrt in den Süden gewesen. Auch zwei Lastwagen wurden von herabfallenden Steinen getroffen. Die Fahrer konnten sich jedoch retten. Die Autobahn wurde in beiden Richtungen gesperrt.

"Meine Frau und ich schreckten gegen Viertel vor sieben aus dem Schlaf auf, weil wir laut Steine rumpeln hörten", berichtete der 52- jährige Ingenieur Philipp Sicher. "Als wir aus dem Fenster sahen, entdeckten wir in etwa 300 Meter Entfernung ein Auto, das in Richtung Süden fuhr und plötzlich von den Felsbrocken getroffen wurde. Nur 20 bis 30 Sekunden später brannte es." Sicher und seine Frau alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr. "Besonders tragisch war, dass niemand von den anderen Autofahrern, die noch an der Unglücksstelle vorbeikamen, anhalten konnte. Denn noch immer stürzten Steine herab", sagte Sicher, dessen Haus in der kleinen Ortschaft Gurtnellen 750 Meter hoch an einem Hang genau gegenüber dem Unglücksberg steht.

Stau behindert Hilfskräfte
Nur sieben bis acht Minuten dauerte es nach Angaben des Augenzeugen, bis die ersten Hilfskräfte anrückten. "Wegen des Staus benötigten sie dann nochmal 20 weitere Minuten, bis sie den brennenden Wagen erreichen konnten." Für die Insassen gab es keine Rettung mehr.

Über die Ursache für den Felssturz gibt es bislang nur Spekulationen. Schweizer Fachleute vermuteten, dass möglicherweise die lange Kälteperiode im vergangenen Winter ein Grund sein könnte.