Nahrung verweigert
78 Hungerstreikende in Guantánamo
Das Weiße Haus in Washington hatte vor einigen Wochen auf Nachfrage nach dem System der Zwangsernährung in Guantánamo geantwortet, die Gefangenen dort würden "human" behandelt. Die meisten der rund 460 Gefangenen wurden nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan im Herbst 2001 festgenommen. Ihnen werden Verbindungen zu den Taliban und zum Al-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden vorgeworfen.
Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen. Die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand. Viele der zum größten Teil seit vier Jahren ohne Anklage Inhaftierten leiden angeblich an Depressionen.
Außer der UNO und Menschenrechtsorganisationen verlangt auch der britische Generalstaatsanwalt und Rechtsberater der Regierung von Blair, Peter Goldsmith, die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hatte im Jänner gesagt, eine Einrichtung wie Guantánamo "kann und darf auf Dauer so nicht existieren". Bei ihrem jüngsten USA-Besuch hatte Merkel allerdings keine entsprechenden Äußerungen gemacht.



Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.