03.10.2015 18:55 |

Solidaritätsaktion

Zehntausende bei Flüchtlings-Demo in Wien

Zehntausende Demonstranten haben am Samstag in Wien bei strahlendem Sonnenschein ihre Solidarität mit den derzeit nach Europa strömenden Flüchtlingen bekundet. An der Veranstaltung unter dem Motto "Flüchtlinge willkommen!" nahmen laut Polizei mehr als 20.000 Personen teil, die Organisatoren sprachen von rund 60.000 Teilnehmern.

Gestartet wurde die Kundgebung der "Plattform für eine menschliche Asylpolitik" mit leichter Verspätung um 13.15 Uhr beim Christian-Broda-Platz gegenüber dem Westbahnhof. Tausende Personen hatten sich eingefunden, der Platz füllte sich rasch.

Zu Beginn performten Flüchtlinge aus Traiskirchen Auszüge aus Elfriede Jelineks Stück "Die Schutzbefohlenen". Vertreter der Veranstalter hießen alle Flüchtlinge willkommen - "egal ob sie durch Krieg, Verfolgung oder aus anderen Gründen zur Flucht gezwungen wurden". Gefordert wurde eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen, Qualitätsstandards in der Betreuung und die Öffnung der Grenzen. Zu Wort kamen außerdem Flüchtlinge, die über ihre Situation berichteten.

Mehrere Verletzte auf rutschigem Foto-Teppich
Gegen 14.20 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Route führt über die Mariahilfer Straße, auf der eine Porträt-Installation zum Thema Flüchtlinge am Samstag bereits für Wirbel gesorgt hatte, weil auf der glatten Oberfläche mehrere Menschen zu Sturz gekommen waren, die Babenbergerstraße und den Ring bis zum Parlament, wo gegen 16 Uhr die Abschlusskundgebung startete. Unter den Demonstranten war neben zahlreichen Familien auch eine Blasmusikkapelle. Transparente mit Aufschriften wie "Flüchtlinge rein! FPÖ raus", "Menschenrechte für alle" oder "Solidarität" wurden hochgehalten.

Buhrufe für die Freiheitlichen
Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigte sich auch daran, dass das Ende des Demonstrationszuges noch am Ausgangspunkt am oberen Ende der Mariahilfer Straße stand, als die Spitze bereits beim Parlament angelangt war. Die Polizei war mit 400 Beamten im Einsatz, die gesamte Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Ein Werbestand der FPÖ auf der Demo-Route wurde mittels Tretgittern abgesperrt, die Kundgebungsteilnehmer bedachten die Freiheitlichen mit lauten Buhrufen. Während des Marsches skandierten die Protestierenden Slogans wie "Refugees are welcome here".

Campino: "Das ist einfach groß"
Auf der Schlusskundgebung ergriff ein prominenter Gast das Wort: Campino, Sänger der Punkrock-Band Toten Hosen, verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Event "Strahlkraft auch in andere Länder" haben könnte. "Das ist einfach groß", sagte er angesichts der Menschenmenge. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bedachte er mit einem lauten "Fuck!". Zuvor hatte unter anderem Sonja Ablinger, frühere SPÖ-Abgeordnete und jetzt Vorsitzende des Frauenrings, gemeint, sie sehe "eine riesige Welle der Solidarität".

Solidaritätskonzert mit hochkarätigem Line-up
Im Anschluss begann am Heldenplatz ein Solidaritätskonzert für Flüchtlinge unter dem Motto "Voices for Refugees" - mit einem hochkarätigen Line-up: Auf der Bühne standen neben den Toten Hosen auch Conchita Wurst, Konstantin Wecker, Kreisky und Zucchero. Auch Bundespräsident Heinz Fischer hielt eine Rede.

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