Dorf angegriffen

Boko-Haram-Kämpfer töten in Kamerun acht Menschen

Ausland
17.09.2015 19:28
Mutmaßliche Mitglieder der nigerianischen Terrormiliz Boko Haram haben im Norden Kameruns acht Menschen getötet. Während einer Attacke auf das Dorf Aisaharde im Grenzgebiet zu Nigeria entführten die Extremisten außerdem eine unbekannte Anzahl von Einwohnern und steckten mehrere Häuser in Brand, teilte ein örtlicher Regierungsbeauftragter mit.

Etwa 2500 eigens für den Kampf gegen Boko Haram ausgebildete Soldaten, die in einer nahe gelegenen Kaserne stationiert waren, reagierten den Angaben zufolge nicht auf den Überfall kurz nach Mitternacht.

Etwa 30 Boko-Haram-Kämpfer hätten in dem Dorf eine Liste mit Namen verlesen, sagte ein Augenzeuge. "Wer genannt wurde, war der Kollaboration mit dem Militär angeklagt und wurde sofort umgebracht oder verschleppt", sagte der Mann, der aus Angst vor Verfolgung nicht namentlich genannt werden wollte.

Boko Haram hat im Kampf für einen sogenannten Gottesstaat seit 2009 mindestens 14.000 Menschen getötet. Die Gruppe terrorisiert vor allem den Norden Nigerias, greift aber auch immer wieder Dörfer in den Nachbarländern Niger, Tschad und Kamerun an. In Kamerun sind laut Amnesty International seit Anfang des Vorjahres fast 400 Menschen den Islamisten zum Opfer gefallen.

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