17.06.2015 16:44 |

Altlast Klagenfurt

Forscher "impfen" verseuchten Boden

In der Aufregung um die gescheiterte Sanierung der Blaukalk-Deponie in Brückl rücken jetzt weitere, teils höchst gefährliche Kärntner Altlasten in den Fokus. Nachdem Jahrzehnte nichts getan wurde, versuchen jetzt Forscher eine Umweltbombe in Klagenfurt zu entschärfen. Mit der Injektion von Reduktionsmitteln in den Boden soll hochgiftiges Chrom unschädlich gemacht werden.

Ähnlich wie auf dem Altstandort der Donau Chemie wurde auch in Klagenfurt der Grund einer ehemaligen Lederfarbik jahrzehntelang mit Giftstoffen kontaminiert. Hochgefährliches Chrom VI einer ehemaligen Gerberei verseucht seither auf 7000 Quadratmeter die Erde sowie das Grundwasser. "Der Altstandort stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar", heißt es im Bericht des Umweltbundesamtes, das die Altlast – wie auch die Kalk-Deponie – der "Prioritätsklasse 2" zugeordnet hat. Eine Sicherung und Sanierung ist längst überfällig. Seit einiger Zeit tut sich jedoch was auf dem Gelände der Altlast: Ein Forschungsprojekt, das in der Fachwelt bereits für großes Aufsehen sorgt.

"Bei einem Feldversuch auf dem Gelände erproben wir eine neues Verfahren", erklärt Daniel Höllen von der Montanuniversität Leoben. Mit dabei sind die Entwickler von "ferro Decont" und die Firmen UTC und Technische Chemie ZT.

Für die "Entgiftung" wurde auf einem Teil des kontaminierten Areals eine Forschungsanlage aufgebaut. Einerseits wird ein Reduktionsmittel aus verschiedenen Salzen in den Boden injiziert. Andererseits pumpen die Forscher verseuchtes Grundwasser aus dem Boden, das dann behandelt und gesäubert wird. "In beiden Fällen wird das giftige sechswertige Chrom in ungiftiges dreiwertiges Chrom umgewandelt", erklärt der Experte: "Das Verfahren zeigt bereits gute Erfolge – und wurde bei Fachtagungen unter anderem in den USA vorgestellt." Wie es im Umweltreferat heißt, fließen 70.000 Euro in das Projekt. Ob später eine Sanierung folgen wird, ist noch unklar.

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