Gefährliche Panne

US-Armee verschickte lebende Anthrax-Bakterien

Ausland
28.05.2015 07:50
Bei der US-Armee sorgt eine Panne mit Proben des tödlichen Milzbranderregers Anthrax für Wirbel. Wie Vertreter des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Washington mitteilten, wurde mindestens eine Probe mit lebenden Anthrax-Erregern quer durchs Land an über ein Dutzend Labore geschickt.

Im US Army Dugway Proving Ground, einem Militärlabor im Bundesstaat Utah, seien im März vergangenen Jahres Anthrax-Proben bestrahlt worden, hieß es. Es sei davon ausgegangen worden, dass die Erreger dadurch abgetötet worden seien. Am Freitagabend habe aber ein privates Labor im Bundesstaat Maryland die Behörden darüber informiert, dass eine dort eingegangene Probe offenbar noch gefährlich sei.

Mehr als ein Dutzend Labore in den USA beliefert
Nach Bekanntwerden dieser Panne würden nun auch die an andere Labore verschickten Proben untersucht, teilte das Ministerium mit. Mehr als ein Dutzend Labore in neun Bundesstaaten sowie auf einem US-Militärstützpunkt in Südkorea wurden demnach beliefert. Ersten Erkenntnissen zufolge arbeiteten vier Menschen in drei Laboren mit Anthrax-Lebendproben, diese Personen würden nun vorsorglich gegen mögliche Folgen behandelt. Für die breite Öffentlichkeit sei kein Gesundheitsrisiko bekannt, erklärte Pentagon-Sprecher Steven Warren.

Die Osan Air Base in Südkorea (Bild: APA/EPA/YONHAP)
Die Osan Air Base in Südkorea

Labor in Südkorea gesperrt und dekontaminiert
Aus dem ebenfalls belieferten Labor im US-Luftwaffenstützpunkt Osan in Südkorea wurde später gemeldet, dass bis zu 22 Mitarbeiter bei einer Schulung mit der Anthrax-Probe in Kontakt kamen. Bisher habe keiner von ihnen über Symptome geklagt, teilte die US-Army am Donnerstag mit. Das Labor rund 105 Kilometer südlich von Seoul sei sofort nach Bekanntwerden einer möglichen Gefährdung gesperrt und dekontaminiert worden.

Anthrax (Milzbrand) ist eine Erkrankung, die vor allem Huftiere betrifft, aber auch für Menschen höchst gefährlich ist. Das Toxin ist besonders heimtückisch: Wird es eingeatmet, liegt die Todesrate ohne Behandlung bei 90 Prozent. Dazu kommt, dass Betroffene noch bis zu zwei Wochen, nachdem alle Erreger mit Antibiotika abgetötet wurden, daran sterben können.

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