"Es hat noch nie so einen Fall gegeben. Daher war auch die Spurensuche nach dem Verursacher schwierig", erklärt Hellig, warum alles so lange gedauert hat. Erst als geklärt war, dass der im Zementwerk verbrannte Blaukalk unterschiedlich stark mit HCB kontaminiert war, konnten die Kontrolleure die Belastungspfade im Tal nachvollziehen.
Was die Verursacher des Skandals betrifft, spricht Hellig von einem "Multiorganversagen" aller Beteiligten: das Zementwerk Wietersdorf, Donau Chemie, Behörden, Sachverständige. Und das gehe zurück bis zur Umstrukturierung im Land 2001, als den Sachverständigen die fachliche Beheimatung genommen worden sei.
Kritik habe es immer wieder gegeben, weil die Kontrolle versagt hat. Diese sei den Behörden durch den Bundesgesetzgeber immer stärker genommen worden, meint Hellig. Auch jene Betroffenen im Tal, die aus Angst um das Image ihrer Betriebe Stillschweigen bewahrt hätten, seien in der Verantwortung.
Der Abgeordnete Michael Johann ortet unterdessen schwerste Mängel beim Genehmigungsverfahren. Die St. Veiter Bezirkshauptfrau Claudia Egger spricht von einem Kompetenz-Wirrwarr zwischen den verschiedenen Behörden. Landeshauptmann Peter Kaiser hat Regressforderungen gegen den Verursacher des Skandals angekündigt. Nach wie vor laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, wie Antoinette Tröster erklärt: "Beauftragte Gutachten liegen aber noch nicht vor."
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