Mo, 23. Juli 2018

"Heiliger Prophet"

06.04.2006 14:17

Iran meldet Test mit "streng geheimer Rakete"

Der Iran sorgt wieder für Unruhe im Weißen Haus: Zum vierten Mal in knapp einer Woche hat das Land im Rahmen des Großmanövers „Heiliger Prophet“ eine neue Rakete erfolgreich getestet. Zuvor waren Tests eines neuartigen Flugbootes live im landeseigenen Fernsehen übertrage worden.

Die neue "streng geheime" Rakete könne von jedem Hubschrauber oder Kampfflugzeug aus auf Schiffe abgefeuert werden. Im Gegensatz zu vergleichbaren Raketen anderer Staaten brauche sie kein spezielles Radarsystem, um Ziele jenseits des Horizonts anzupeilen, und sei damit weniger anfällig für elektronisches Störfeuer, berichtete der staatliche Fernsehsender IRIB. Die Entwicklung sei ein "Wendepunkt".

Super-modernes Flugboot
Erst am Dienstag hatten die iranischen Revolutionsgarden ihren dritten Raketentest seit Beginn des Manövers "Heiliger Prophet" am vergangenen Freitag unternommen. Gleichzeitig meldete Teheran den erfolgreichen Test eines "super-modernen Flugbootes". Dieses könne nicht per Radar geortetet werden und aus dem Wasser abheben, um Raketen abzuschießen. Außenminister Manuchehr Mottaki versicherte gleichzeitig, die Militärdoktrin des Irans sei "defensiv" und stelle keine Bedrohung für irgend ein anderes Land dar.

Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London betrachtet die iranischen Erfolgsmeldungen skeptisch. "Wenn das stimmt, dann wäre dies erheblich mehr als das, was der Westen derzeit (an Waffen) hat", vermeldete das Institut. Ein Militärexperte meinte zu den iranischen Waffentests: "Aber ich würde dem nicht zu viel Gewicht beimessen", erklärte Jason Alderwick. Es könne genauso gut sein, dass die Iraner "gewaltig aufschneiden".

Die US-Regierung hat die jüngsten Raketentests des Irans als Beleg für die Entwicklung aggressiver Waffenprogramme gewertet. Die Tests mehrerer neuartiger Raketen und Torpedos würden nicht nur von den Nachbarländern als Gefahr angesehen, sagte Außenamtssprecher Adam Ereli in Washington. Er erinnerte daran, dass der Persische Golf, wo die iranischen Streitkräfte derzeit üben, ein lebenswichtiger internationaler Wasserweg sei.

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