WWF-Studie

Hochwassergefahr in Österreich steigt

Wissen
30.03.2006 16:47
Österreich hat das erste Hochwasser des Jahres. Es wird wohl nicht das letzte bleiben. Der globale Klimawandel könnte dazu führen, dass Österreich zukünftig verstärkt von Hochwasserereignissen bedroht wird - das ist jedenfalls ein erstes Fazit der zur Zeit laufenden Studie "Hochwasser und Klimawandel", die die BOKU Wien im Auftrag des WWF (World Wide Fund for Nature) durchführt.

"Bis zum Ende dieses Jahrhunderts muss man im Alpenraum mit einer Niederschlagszunahme in den Wintermonaten von etwa 15 bis 40 Prozent rechnen, großflächige Niederschlagsphänomene wie sie in den Jahren 1999, 2002 und 2005 zu Hochwasserereignissen führten, könnten in ihrer Intensität zunehmen", sagt WWF Klimaexperte Dipl. nat. ETH Markus Niedermair,. "Jetzt müssen rasch die richtigen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden!"  

Die Situation in den einzelnen Bundesländern (Quelle: WWF)
Drei Faktoren werden für die Bemessungen der Klimaexperten herangezogen: Wie wirken sich der Anstieg der Schneefallsgrenze, die in Zukunft häufiger auftretenden großflächigen Wetterereignisse und die Zunahme der Niederschläge bei Gewittern auf die Hochwassersituation in Österreich aus?

Vorarlberg / Tirol
Sowohl die Verschiebung der Schneefallgrenze in Kombination mit mehr Winterniederschlägen als auch die zunehmende Intensität von großflächigen Niederschlagsereignissen könnten das Hochwasserrisiko in Zukunft erhöhen: Betroffen sind die Ill, der Alpenrhein oder die Bregenzer Ache. In Tirol betroffen sind der Inn, der Lech, die Ötztaler Ache oder der Ziller. 

Salzburg / Oberösterreich / Steiermark
In allen drei Bundesländern sind große Teile durch eine Häufung aller drei Hochwasser verstärkender Klimaphänomene betroffen. Beispiele für Salzburg sind die Salzach oder die Saalach. In Oberösterreich betroffen sind die Alm, die Steyr oder die Enns, die Traun oder die Mühl. Beispiele für betroffene Flüsse in der Steiermark sind die Feistritz oder die Mürz. Flüsse, deren Abfluss im Winter sich durch den Anstieg der Schneefallgrenze stark verändern werden sind die Mühl (Oberösterreich) oder die Mur (Steiermark).

Kärnten/ Wien / Niederösterreich / Burgenland
Kärnten ist jenes Bundesland, das am geringsten von großflächigen Niederschlagsereignissen betroffen ist. Jedoch sowohl der Anstieg der Schneefallsgrenze als auch die Zunahme der Intensität von kleinräumigen Gewitterereignissen könnte auch in Kärnten die Hochwasserwahrscheinlichkeit ansteigen lassen (Gail oder Lavant). In den Bundesländern Wien und Niederösterreich sind es v.a. die Flüsse Kamp und Donau, die aufgrund von großflächigen Wetterereignissen in Zukunft verstärkt Hochwasser führen könnten. Im Burgenland ist die Lafnitz von einer Häufung aller drei Hochwasser verstärkenden Faktoren betroffen. 

Die Liste aller Flüsse mit ihrem Gefährdungspotential – siehe Linkbox!

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