Im Kfz-Bereich sind die gängige Tarife Kfz-Haftpflicht, Teil- und Vollkasko. Nachdem diese Bereiche von den Versicherern häufig überarbeitet werden, zahlt sich ein Vergleich auf jährlicher Basis aus, besonders zumal die Kfz-Haftpflichtversicherung jährlich kündbar ist. Die Kfz-Kaskoversicherung ist bei vielen Versicherern erst nach drei Jahren kündbar, jedoch können Sie Haftpflicht- und Kasko-Versicherung auch bei zwei verschiedenen Versicherern führen.
Aber Achtung: Kündigen Sie nur eine Sparte, kann sich die Kasko-Versicherung verteuern, weil mögliche Bündelrabatte für die Kombination von Haftpflicht und Kasko wegfallen. Genaues Rechnen und ein Preis-Leistungs-Vergleich sind somit angesagt.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung
Die Haftpflichtversicherung ist in Österreich per Gesetz eine Pflichtversicherung. So soll sichergestellt werden, dass der Halter eines Fahrzeugs nicht durch einen Unfall in eine existenzbedrohende Situation gerät, wenn er Schadenersatzforderungen bedienen muss. Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung ist daher Voraussetzung für die Zulassung des Fahrzeugs zum Verkehr und dient dazu, gerechtfertigte Ansprüche Dritter zu decken bzw. ungerechtfertigte abzuwehren. Aktuell ist die gesetzliche Mindestversicherungssumme mit sieben Millionen Euro definiert.
Gängige Versicherungssummen bewegen sich jedoch bereits weit über dieser Grenze und liegen bei etwa 15 Millionen Euro – ein Wert, den Sie bei Ihrem Vergleich berücksichtigen sollten. Denn eine höhere Versicherungssumme kostet im Monat im schlimmsten Fall ein paar Euro mehr, bringt Ihnen aber bei größeren Leistungsfällen deutlich bessere Abdeckung.
Weiters sollten Sie auf die Einstufung im Bonus-Malus-System achten: Es wird in 18 Stufen geführt, beginnend bei der Grundstufe neun. Pro schadensfreiem Beobachtungszeitraum (in der Regel ein Jahr) verbessern Sie sich um eine Prämienstufe, im Schadenfall werden Sie um drei Stufen verschlechtert. Das hat wiederum Auswirkungen auf Ihre Versicherungsprämie, da an die Bonus-Malus-Stufe automatische Rabattierungen geknüpft sind.
Vergleichen Sie daher verschiedene Offerte, sollten Sie darauf achten, bei welchem Versicherer Sie in der günstigeren Stufe einsteigen. Denn viele Versicherungen locken statt mit Rabatten mit Stufengeschenken bzw. haben eigene Bonus-Malus-Systeme, wodurch Sie schneller weniger zahlen. In diesem Zusammenhang sind auch Freischäden im Vertrag wichtig, da Ihnen ein Freischaden-Gutschein beim ersten Schadensfall die Verschlechterung der Bonusstufe erspart.
Kfz-Kasko-Versicherung
Die Kasko-Versicherung deckt Teil- und Totalschäden am eigenen Fahrzeug, die durch Zerstörung, Beschädigung oder Verlust entstehen. Grundsätzlich gibt es zwei Deckungsvarianten: die Teil- oder Elementarkasko und die Voll- bzw. Kollisionskaskoversicherung. Die Elementarkasko deckt jene Schäden ab, die nicht durch eigenes Verschulden zustande kommen, wie etwa Diebstahl, Brand, Naturereignisse und Zusammenstöße mit Tieren, meist beschränkt auf bestimmte Arten von Wild. Die Kollisionskasko umfasst ergänzend dazu auch jene Schäden, die aus selbst verschuldeten Unfällen entstehen.
Meist unterscheiden sich Kaskoverträge durch die Leistungshöhe der einzelnen Deckungsbereiche, Zusatzbausteine, wie etwa der Bruch von Kleingläsern, oder das Thema Selbstbehalt. Meist können Sie bei Abschluss aus verschiedenen Selbstbehaltsarten wählen. Vorsicht ist bei Selbstbehalten geboten, die z.B. drei Prozent fix, mindestens aber 300 Euro vorsehen. Beträgt der Schaden 15.000 Euro, zahlen Sie in diesem Beispiel nicht nur 300, sondern 450 Euro. Besser sind daher fixe Selbstbehalte ohne prozentuelle Beteiligung.
Auch ist wichtig, darauf zu achten, inwieweit Sonderausstattung mitversichert ist. Zusätzlich gilt es abzuklären, inwieweit sich der Versicherer schadenfrei hält, wenn z.B. unter Alkoholeinfluss, bei Führerscheinneulingen oder grob fahrlässigem Verhalten ein Unfall geschieht.
Zusatzbausteine
Abseits der Haupttarife können Sie auch Zusatzbausteine abschließen, wie etwa Pannenservices, Insassenunfall oder Kfz-Rechtsschutzverträge. Manche dieser Bausteine haben Sie jedoch bereits in anderen Verträgen abgedeckt - wie bei Automobilclubs oder überhaupt in einem eigenständigen Vertrag, z.B. einer Unfall- oder Rechtschutzversicherung. In diesem Fall verursachen die Zusatzbausteine unnötige Mehrkosten.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Versicherungsunternehmens. Denn größere Versicherungen haben ein höheres Prämienvolumen und damit einen praller gefüllten Schadenersatztopf. Sie zahlen in der Regel schneller und mehr als kleine Versicherer, die mit vielen Schadensfällen konfrontiert sind.
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