24.03.2006 12:56 |

Echt bärig

Tierschützer protestieren gegen Bären-Ringkämpfe

Im US-Bundesstaat Ohio findet regelmäßig ein seltsames Schauspiel statt: Ein ausgewachsener Schwarzbär und ein junger Mann kämpfen in einem Ring, umgeben von einer johlenden Menschenmenge. Jetzt wollen Tierschützer dagegen vorgehen und solche Duelle verbieten lassen. Die Organisatoren wehren sich mit dem Argument, dass die Kämpfe dem Tier Spaß machen würden.

Es ist ein ungleiches Duell. In der roten Ecke steht der 19-jährige Ringer Lance Palmer, viermaliger Landesmeister von Ohio, 63 Kilogramm schwer. In der blauen Ecke wankt ein 300 Kilo-Koloss. Es handelt sich um Ceaser Junior Skill, einen Schwarzbären mit gewaltigen Pranken und traurigen Augen. Normalerweise würden sich die beiden aus dem Weg gehen.

In diesem Fall passiert das nicht. Im Gegenteil: Palmer setzt sofort zum Angriff an. Der Bursch hat offensichtlich keine Angst vor dem Zotteltier. Bereits im Alter von vier Jahren hat er sich mit Bären gebalgt. Das hat er von seinem Vater abgeschaut - der war Tiertrainer und verdiente mit Schaukämpfen sein Geld.

Die bizarren Kämpfe geraten zusehends ins Visier von Tierschützern. "Der Besitzer von Ceaser, Sam Mazzola, setzt die Öffentlichkeit großen Gefahren aus", meint die Peta-Vertreterin Debbie Leahy. "Die Sache ist genau so irrsinnig, wie sie klingt. Es ist höchste Zeit, diese grauenhafte Show zu beenden."

Mazzola versteht die Welt nicht mehr. Er verdient mit dem Tier sein Geld, lässt Interessenten mit dem Tier kämpfen oder sich mit ihm im Käfig fotografieren. "Bären sind achtmal stärker als Menschen. Wenn sie wollten, könnten sie den Menschen erheblichen Schaden zufügen.“ Aber wenn sie, wie Ceaser, Spaß hätten, dann spielen sie ganz sanft mit einem.
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