15.03.2006 08:32 |

Erstes TV-Duell

Scharfe Töne bei TV-Duell Berlusconi-Prodi

Scharfe Töne und ein frostiges Klima haben am Dienstagabend das erste TV-Duell zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi und Oppositionschef Prodi vor der Wahl am 9. und 10. April beherrscht. Steuersenkung, Stagnation der italienischen Wirtschaft, Immigration, Kampf gegen die Steuerhinterziehung und Interessenskonflikte standen bei der Fernsehdebatte im Vordergrund.

Berlusconi beschuldigte in der von der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI gesendeten 90-minütigen Diskussion seinen Herausforderer, ein "Frontmann" ohne Partei zu sein, weil die Kandidaten der Linksparteien wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit unglaubwürdig seien. Er zweifle an der Stabilität des Mitte-Links-Bündnisses, das aus elf Parteien besteht.

Prodi verlangte Respekt, da er von den Parteien des Mitte-Links-Bündnisses mittels Vorwahlen zum Oppositionskandidaten gewählt worden sei. Der Oppositionschef stellte die Pläne seines Mitte-Links-Bündnisses zur Senkung der Lohnkosten um fünf Prozent vor. Auf diese Weise soll die italienische Industrie an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Zugleich versprach er Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung.

Die beiden Kandidaten stritten um das Thema Teuerung nach der Euro-Umstellung. Berlusconi warf der vor seinem Amtsantritt im Jahr 2001 regierenden Mitte-Links-Kabinetten vor, den Euro zu eilig eingeführt zu haben, ohne an die Folgen der Umstellung zu denken. Prodi erwiderte, dass die Regierung Berlusconi nicht dafür gesorgt habe, illegale Preiserhöhungen unter Kontrolle zu bringen. Außerdem warf er seinem Gegenüber vor, als Regierungschef Beschlüsse zu ergreifen, die ihn auch als Unternehmer betreffen.

Ein zweites und letztes TV-Duell zwischen Berlusconi und Prodi ist am 3. April geplant.