Folter-Knast
Anklage gegen früheren Verhörchef
Die Anklage wirft ihm vor, Gefangene gezwungen zu haben, nackt ins Verhör zu gehen und sie durch Hunde eingeschüchtert zu haben. Zudem soll er Ermittler über die Vorgänge belogen haben. Ein Armeesprecher sagte, dem Offizier könnten 42 Jahre Haft drohen, sollte er in allen zwölf Anklagepunkten für schuldig befunden werden.
Im Zusammenhang mit dem Folterskandal sind bereits zehn Soldaten aus niedrigen Diensträngen von Militärgerichten zum Teil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der Oberstleutnant ist der bisher ranghöchste US-Soldat, der sich wegen der Vorgänge in der Einrichtung bei Bagdad einem Strafverfahren stellen soll. Gegen zwei Offiziere, die im Rang über Jordan stehen, ging die Armee zwar disziplinarisch vor, eröffnete jedoch kein Strafverfahren.
Jordan war in der zweiten Jahreshälfte 2003 Verhörchef in Abu Ghraib, das heißt zum Zeitpunkt der in später aufgetauchten Fotos dokumentierten schweren Gefangenenmisshandlungen. Die Bilder, die unter anderem irakische Häftlinge in sexuellen Zwangsposen zeigten, waren im Frühjahr 2004 um die Welt gegangen und hatten Abscheu und Empörung ausgelöst.
Jordan soll sich unter anderem wegen Grausamkeit, Misshandlung, Falschaussagen und Meineids verantworten. Ihm wird außerdem zur Last gelegt, Richtlinien über Verhörtaktiken missachtet und nicht sicher gestellt zu haben, dass sich Untergebene an sie hielten.







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