Der Winter steht schon vor der Tür, doch die Trockenheit ist nach wie vor ein großes Problem in Salzburg – besonders im Lungau: Zu wenig Regen, zu trocken der Boden, zu hoch ist die Gefahr für einen Waldbrand. Und das im November!
Die Forstschutzdirektion gab diese Woche die Empfehlung ab, dass die aufrechten Waldbrandverordnungen in den Bezirken aufgrund zunehmenden Niederschlags aufgehoben werden können. Davon ausgenommen: der Lungau. Zu trocken ist hier nach wie vor der Boden, zu hoch die Gefahr für einen Waldbrand. Wie kann das bei teils winterlichen Temperaturen möglich sein?
Allein heuer gab es sechs Brandstellen im Lungau
„Die Temperatur ist nicht die treibende Kraft. Wiesen- und Gebüsche trocknen auch bei kalten Temperaturen ohne Niederschlag aus und können zu brennen anfangen“, erklärt Meteorologe Christian Ortner von der GeoSphere Austria.
„Im Lungau gab es im Oktober durchschnittlich 60 Prozent weniger Niederschlag als im Langzeitmittel. Das Niederschlagsdefizit ist grundsätzlich überall im Bundesland negativ. Aber der Lungau ist immer eine Spur trockener als der Rest Salzburgs“, so Ortner.
Wir haben zu wenig Niederschlag und einen extrem trockenen Waldboden. Der kontinuierliche Wind bewirkt die zusätzliche Austrocknung des Bodens.

Leonhard Ernst, Bezirksfeuerwehrkommandant
Bild: Feuerwehr Bezirk Lungau
Lungauer Bezirksfeuerwehrkommandant Leonhard Ernst teilt die beunruhigende Tendenz: „Im Durchschnitt haben wir einen Waldbrand im Jahr. Heuer gab es sechs verschiedenen Brandstellen – die meisten wurden durch Blitzeinschläge ausgelöst. Wenn der Boden feucht genug wäre, dann reicht die durch den Blitz entstehende Temperatur nicht aus, um den Brand zu entfachen“, erklärt Ernst. Zu den trockensten Stellen gehören etwa Ramingstein, Thomatal oder St. Michael.
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