Der 31-jährige Steirer Matthias Zorn klettert trotz Behinderung regelmäßig auf Podien. Im Sommer konnte er sogar bei den Special Olympics Österreich abräumen. Die „Krone“ hat ihm beim Training über die Schulter geschaut.
Einmal Silber und einmal Bronze – die Ausbeute von Paraclimber Matthias Zorn kann sich sehen lassen. Im vergangenen Sommer kletterte der geistig und körperlich behinderte Steirer bei den Special Olympics Österreich in Wien an die Spitze – und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Sein Weg zum Erfolg hat dabei erst vor zwei Jahren bei einem der inklusiven Kletterkurse der Naturfreunde Steiermark begonnen. Seither hat sich für den mutigen 31-Jährigen aber vieles getan: „Durch das Klettern hat Matthias extrem viel Selbstvertrauen gewonnen. Er kann jetzt einfach lässig durchs Leben gehen“, erzählt Klettertrainer Heinz Pall bei einem Besuch der „Krone“ in der Kletterhalle.
Viel Spaß beim Training
Zweimal wöchentlich trainiert Pall mit seinem Schützling. Die Freude, die Matthias dabei hat, ist nicht zu übersehen – ein fröhliches Grinsen macht sich während der gesamten Trainingseinheit in seinem Gesicht breit. Sobald er sich aber bereit macht für den Einstieg in die Route, herrscht Konzentration: „Wir versuchen ihn an seine Grenze zu bringen, aber nie mit zu viel Risiko. Meistens geht mehr, als er selbst denkt“, sagt Pall.
Tritt für Tritt und Zug für Zug klettert der Parasportler fokussiert nach oben. „Geht schon Matthias. Einen schaffst du noch“, feuert ihn Filippo Bignetti von unten an. Der ebenfalls beeinträchtigte Parakletterer unterstützt Pall beim Training des 31-Jährigen: „Das ist eine große Hilfe für mich und es taugt dem Matthias, wenn der Pippo dabei ist“, erzählt Pall. Beide waren mit Matthias auch bei den Special Olympics in Wien: „Das war eine tolle Sache, als er Silber und Bronze gewonnen hat. Das bestätigt dich ja auch in dem, was du machst“, sind sich die Trainer einig.
Unverhofft kommt oft
Das Edelmetall erkletterte der Steirer in den Bewerben „Speed“ und „Lead“ – also Schnelligkeit und Schwierigkeit. Am Plan stand eigentlich aber nur eine Disziplin: „Der Matthias sollte nur Lead klettern. Vor Ort hat er dann aber die Speed-Route ausprobiert – die darf man im Gegensatz zur Lead-Route ausprobieren – und das hat ihm so getaugt, dass wir ihn nachnominiert haben“, verrät Pall. Die Freude, als der 31-Jährige in dieser Disziplin dann sogar aufs Stockerl kletterte, war riesig.
Nervös war der Parasportler übrigens nicht: „Der Matthias ist eine echte Rampensau. Je lauter es ist, je mehr Applaus und Zurufe er bekommt, desto mehr taugt ihm das“, lacht Pall. „Ja, das macht mir Spaß“, bestätigt Matthias freudestrahlend.
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