Der Rechnungshof und die Volksanwaltschaft kritisierten zuletzt heftig, dass Plätze und Personal fehlen. Das Sozialressort will nun handeln und plant – unter anderem – neue Krisenplätze noch diesen Monat.
Es fehlt an Plätzen, an Personal (auch wegen Überlastung) und damit an der Qualität für Kinder in Not: Sowohl der Rechnungshof als auch die Volksanwaltschaft übten zuletzt heftige Kritik an der Kinder- und Jugendhilfe in der Steiermark.
Landesrat will alle ins Boot holen
Nun will das Sozialressort des Landes tätig werden. Eine neue Strategie für die Jahre 2027 bis 2030 ist in Ausarbeitung, erste Treffen mit verantwortlichen Organisationen, Bezirkshauptmannschaften etc. haben bereits stattgefunden. „Die Fallzahlen steigen, die psychischen Belastungen werden mehr, familiäre Situationen werden herausfordernder“, sagt Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ). Die Coronapandemie habe dies befeuert. „Wir wollen jetzt nicht nur Brandbekämpfer in der Krise sein, sondern die Probleme langfristig mit dieser Strategie angehen.“
Die Fallzahlen steigen, die psychischen Belastungen werden mehr, familiäre Situationen werden herausfordernder.

Hannes Amesbauer, Soziallandesrat
Bild: Christian Jauschowetz
Laut aktuellen Zahlen sind in der Steiermark 1744 Kinder und Jugendliche in Einrichtungen oder bei Pflegefamilien untergebracht. Dazu kommen Tausende Fälle, wo mobile oder ambulante Hilfen die Familie in der Erziehungsarbeit unterstützen. Für 24 Kinder stehen sogenannte Krisenplätze zur Verfügung, wenn sie sofort ihr Zuhause verlassen müssen.
Neue Plätze und weitere Verbesserungen angedacht
Diese Kapazität soll vorerst um sechs weitere Krisenplätze (für Kinder von sechs bis zwölf Jahren) im November ergänzt werden. Ein Krisenkompetenzzentrum wird zudem beim heilpädagogischen Zentrum in Graz angedockt. Unter anderem soll mit der neuen Strategie des Landes auch das Schnittstellenmanagement optimiert werden, die Prävention ausgebaut, mobile und ambulante Hilfen weiterentwickelt und Pflegefamilien entlastet werden. Wie das ganz konkret aussehen wird, bleibt aber noch offen.
Wachsendes Problem mit beeinträchtigten Kindern
Eine neue Dimension, die es ebenfalls zu berücksichtigen gelte, ist die wachsende Zahl an Kindern mit Beeinträchtigung im System. Kinder, die etwa durch Autismus-Störungen selbst- oder fremdgefährdend sind, werden dabei nicht nur mehr, sondern auch immer jünger. „Das sprengt oft den Rahmen“, heißt es aus der Fachabteilung. Daher braucht es mehr bedarfsgerechte Ausstattungen.
Wo anscheinend schon eine Besserung in Sicht ist: Laut Land sind aktuell alle Vollzeitstellen, die behördlich in dem Bereich vorgesehen sind, besetzt. Natürlich könne es aber zu Krankenständen oder anderen Ausfällen kommen. Die Strategie 2027–2030 soll nun fertig ausgearbeitet werden und, sobald sie steht, dem Landtag präsentiert werden. „Es geht um das Wohl der Kinder, wir müssen hier gemeinsam etwas zustande bringen“, so Amesbauer.
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