Vor dem Premier-League-Heimspiel gegen Manchester City hat Nottingham-Trainer Oliver Glasner seine Spieler in die Pflicht genommen. Der Oberösterreicher erwartet nach nur sechs Punkten aus den ersten neun Runden mehr von seinen Profis rund um ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager und übte deshalb in der Vorwoche nach dem 0:2 gegen Brentford heftige öffentliche Kritik. Angesichts der prekären Situation sei das die richtige Vorgehensweise gewesen, betonte der 52-Jährige.
„Ich bin ein ehrlicher Mensch, und wenn ich Dinge sehe, die ich nicht mag, spreche ich sie an“, sagte Glasner. Für die Spieler seien seine Kommentare kein Problem gewesen. „Es war außen viel lauter als innen.“ Außerdem erklärte der ehemalige Crystal-Palace-Trainer: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kritik oder die Art und Weise, wie ich rede, negativ behaftet ist. Aber die Absicht ist positiv, nämlich Änderungen herbeizuführen, damit wir bessere Ergebnisse erreichen.“
Dies habe er seiner Mannschaft in den vergangenen Tagen in intensiven Gesprächen mitgeteilt, erzählte Glasner, ohne dabei ins Detail zu gehen. „Was wir im Trainingszentrum besprechen, bleibt im Trainingszentrum. Das ist unser Las Vegas. Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas.“
Zu viel „Flower-Power“ in Nottingham
Der Österreicher zog noch weitere bildliche Vergleiche. „Meine zwei Werte, die nicht verhandelbar sind, sind Respekt und Vertrauen. Das eine kann ohne das andere nicht sein. Wenn es nur um Respekt geht, ist es wie beim Militär. Man ist froh, wenn man nach ein paar Monaten wieder gehen kann. Wenn es nur Vertrauen ist, ist es wie Flower Power. Jeder kann machen, was er will, es ist schön und großartig, doch es ist kein Hochleistungs-Woodstock. Ich habe das Gefühl, wir hatten zuletzt zu viel Woodstock, aber wir brauchen eine gute Balance zwischen Woodstock und ‘High Performance‘ – Spaß haben, aber auch leistungsstark sein.“
Nicht nur für Nottingham, auch für Manchester City lief es zuletzt in der Liga nicht rund – der Vizemeister verlor in den vergangenen beiden Runden und fiel dadurch drei Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal zurück. Der Titelverteidiger empfängt ebenfalls heute Mittelständler Hull City. Zu einem Österreicher-Duell könnte es am Sonntag bei Brighton (Michael Svoboda) gegen Brentford (Jannick Schuster) kommen.
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