Gewaltfreie Erziehung

Die Mehrheit sagt klar „Nein“ zur gesunden Watschn

Oberösterreich
05.11.2026 13:30

Die Zustimmung zur gewaltfreien Erziehung ist in Oberösterreich so hoch wie nie. Eine aktuelle Studie zeigt, dass körperliche Gewalt in der Erziehung zunehmend abgelehnt wird. Gleichzeitig stehen viele Eltern unter wachsendem Druck: Stress und Sorgen führen zur Überforderung. 

Die Akzeptanz einer gewaltfreien Erziehung in Oberösterreich ist laut einer neuen Trendstudie der Kinder und Jugendanwaltschaft OÖ so hoch wie nie zuvor. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass viele Eltern im Alltag an ihre Grenzen stoßen. „Die jungen Menschen in unserem Land haben das Recht auf eine gewaltfreie Kindheit“, betont Landesrat Martin Winkler (SPÖ). Die Studie zeigt einen deutlichen Bewusstseinswandel: 81 Prozent stufen mittlerweile eine Ohrfeige als Gewalt ein, 2009 waren es erst 55 Prozent. Nur noch neun Prozent glauben, dass eine „gesunde Watsche“ niemandem schade. Auch psychische Gewalt wird zunehmend erkannt.

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Gewaltfreie Erziehung ist kein pädagogisches Ideal, sondern ein Recht des Kindes. Kinder brauchen Sicherheit, Orientierung und klare Grenzen.

Christine Winkler-Kirchberger, Kinder- und Jugendanwältin

Klare Grenzen setzen
„Kinder brauchen Sicherheit, Orientierung und klare Grenzen – aber keine Gewalt“, so Christine Winkler-Kirchberger. Demütigungen, Beschimpfungen oder emotionales Ausgrenzen seien ebenso abzulehnen. Dennoch rechtfertigt jeder Fünfte ein „Ausrutschen der Hand“ mit Stress oder Überforderung. Das Fazit der Kinderanwältin: „Gewaltfreie Erziehung ist kein pädagogisches Ideal, sondern ein Recht des Kindes.“ Neben Aufklärung brauche es deshalb vor allem mehr Unterstützung für Familien im Alltag.

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