Wie in der „Krone“ bereits angekündigt krempelt die SPÖ ein knappes Jahr vor der Landtagswahl die Führung ihres Landtagsklubs um. Bei einer Klausur wählten die Genossen Peter Binder zum neuen Klubchef. Er löst Sabine Engleitner-Neu ab. Es wird nicht die einzige Rochade im roten Team bleiben.
Bei einer Klubklausur hat die Landes-SPÖ in den beiden vergangenen Tagen der personellen Weichen neu gestellt. Die Kür von Peter Binder zum neuen Klubchef, lief, wie von der „Krone“ angekündigt, reibungslos über die Bühne. Das rote Urgestein wird am 12. November im Landtag das Amt von Sabine Engleitner-Neu übernehmen, die den Klub seit vier Jahren geführt hat.
Abschied von der Politik
Bis zur Wahl im Herbst 2027 wird Engleitner-Neu Binders bisherigen Posten als Dritter Landtagspräsident übernehmen und sich danach aus der Politik zurückziehen. Die vergangenen vier Jahre bezeichnete sie am Donnerstag als Bereicherung, sie habe sich aber entschlossen, „nach der Landtagswahl 2027 wieder direkt mit Menschen zu arbeiten. Ich brenne für die Sozialarbeit“.
Über ihre Arbeit im Klub zog die 57-Jährige eine positive Bilanz und erwähnte besonders die von ihr initiierten Kampagnen „Platz für Gesundheit“, „Lasst uns arbeiten. Und eure Zukunft sichern“: „Wir haben gezeigt, dass man auch aus der Opposition Themen setzen und den Druck erhöhen kann.“
„Erfahrenster politischer Kopf“
Ihrem Nachfolger Peter Binder streute sie vorab Rosen: Er sei der „erfahrenste politische Kopf“ im Landtagsklub, dieser sei bei ihm „in besten Händen“. Binder selbst gab an, weiter Sprecher im Kontrollausschuss zu bleiben und sich thematische wie bisher seinen Steckenpferden Gesundheit und leistbares Wohnen zu widmen. „Dazu kommt ein Schwerpunkt zu mehr Transparenz und Demokratie“, so der 53-Jährige.
SPÖ-Chef Martin Winkler lobte Engleitner-Neu als „ausgezeichnete Dirigentin“ des Klubs und die Tatsache, dass sie ihre Entscheidung bereits jetzt getroffen hat: „Das ist ein Zeichen unserer großen Geschlossenheit“, sagte er mit Blick auf die Personaldebatten der Genossen im Bund.
Vier neue Gesichter
Der personelle Umbau wird sich im SPÖ-Klub allerdings nicht auf die Spitze beschränken. Mit Hans Karl Schaller, Erich Wahl und Mario Haas verabschieden sich vor der kommenden Landtagswahl drei weitere Mandatare. Für Letzteren kommt Gernot Winterauer, Wahl wird voraussichtlich durch Nachwuchshoffnung Selina Gjoni ersetzt, und auf Gewerkschafter Schaller folgt wieder ein FSG-Kandidat.
Wer statt Engleitner-Neu auf der Bezirksliste Steyr kandidieren wird, entscheidet sich am 1. Dezember. Bildungssprecherin Doris Margreiter, über deren Ausscheiden ebenfalls spekuliert wurde, bleibt: Sie wird die Spitzenkandidatin im Bezirk Vöcklabruck.
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