Der Gosauer Gemeinderat könnte heute, Donnerstag, die Weichen für ein neues Vier-Sterne-S-Haus mit 210 Betten stellen. Die Investoren und ein Betreiber stehen laut Ortschef Schmaranzer schon bereit. Im Vorfeld der Abstimmung wird die Kritik am Projekt immer lauter.
Acht Wochen vor den allerersten Ski-Weltcuprennen in Gosau gehen in der Gemeinde die Wogen hoch. Heute, Donnerstag, wird im Gemeinderat über die Errichtung eines dritten großen Hotels abgestimmt. Es soll im Schlosspark, den die Gemeinde vor wenigen Jahren um knapp 1,5 Millionen Euro erworben hat, aus dem Boden gestampft werden. 210 Betten in 110 Zimmern sind geplant, je nach Jahreszeit sollen sich zwischen 80 und 120 Mitarbeiter um das Wohl der Gäste kümmern. Vorgesehen ist auch ein Veranstaltungssaal für 400 Besucher.
Kritik an Geheimnistuerei
„Es ist noch gar nichts beschlossen. Der Gemeinderat stimmt darüber ab, ob ich mit den Projektwerbern einen Optionsvertrag ausarbeiten soll. Danach wird erneut abgestimmt“, dementiert VP-Bürgermeister Markus Schmaranzer Gerüchte über ein abgekartetes Spiel. „Wenn jemand andere Pläne für den Schlosspark hat, bitte her damit. Wir haben das Gelände gekauft, damit wir Einnahmen lukrieren. Ob wir es nun wieder verkaufen oder Geld durch eine Baurechtvergabe erhalten sollen, ist offen“, so der Ortschef. Nach langer Suche würden nun ein Investor sowie ein Betreiber für das Hotel bereitstehen.
Das Leitbild der Gemeinde sieht ein weiteres Hotel vor. Es wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Markus Schmaranzer, ÖVP-Bürgermeister
Ihre Namen werde er heute präsentieren. Grünen-Gemeinderat Fritz Posch lehnt das Hotel ab: „Wir haben schon drei Ortszentren, brauchen kein viertes. Den gekauften Grund dürfen wir keinesfalls hergeben, nur um für ein paar Jahre unser Budget zu retten. Als das Hotel Dachstein errichtet wurde, hieß es, es bringt Reichtum. Tatsächlich haben wir noch das Hallenbad aufgegeben, nehmen neue Parkgebühren ein und haben noch immer Finanzprobleme.“
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