Die Linzer Kinderbetreuung erhält von den Eltern ein hervorragendes Zeugnis. Doch die aktuelle Befragung hat einen Schönheitsfehler: Nur ein Bruchteil der Familien machte überhaupt mit. Gleichzeitig steigen die Herausforderungen für die Pädagogen, denn immer mehr Kinder benötigen besondere Förderung.
Die Linzer Kinderbetreuung bekommt von den Eltern ein ausgesprochen gutes Zeugnis ausgestellt. 96,3 Prozent der Befragten sind mit den städtischen Krabbelstuben zufrieden oder sehr zufrieden, in den Kindergärten sind es 92,9 %, in den Horten immerhin 89,1 %. Zahlen, die SP-Stadtvize Karin Leitner naturgemäß freuen.
Nur zehn Prozent der Eltern bewertete Horte
Doch die aktuelle Elternbefragung hat auch einen Schönheitsfehler. Denn von 4143 eingeladenen Eltern nahmen lediglich 749 an der Befragung teil. Das entspricht einer Rücklaufquote von rund 18 %. Besonders gering war das Interesse bei den Horten, wo gerade einmal 10,3 % der Eltern ihre Meinung abgaben. Die Stadt hält die Ergebnisse dennoch für aussagekräftig. „Wir bewerten die Ergebnisse vorsichtig und nehmen alle Hinweise darin ernst“, heißt es auf „Krone“-Nachfrage aus dem Büro der Vizebürgermeisterin.
Immer mehr Kinder brauchen besondere Betreuung
Bemerkenswert sind die guten Bewertungen auch vor dem Hintergrund steigender Anforderungen. Denn die Zahl der Kinder mit Integrationsbedarf hat sich seit 2018 nahezu vervierfacht. Waren es damals rechnerisch rund 175, wurden im Jahr 2025 bereits 695 Kinder mit besonderem Förderbedarf gezählt. Die Stadt führt diese Entwicklung unter anderem auf schnellere Diagnosen und ihre Versorgungsfunktion als Ballungsraum zurück.
Gesamten Bedarf kann Stadt nicht abdecken
Beim Personal wurde ebenfalls aufgestockt: Seit 2018 kamen in den städtischen Betreuungseinrichtungen insgesamt 325 Vollzeitäquivalente dazu. Allerdings betrifft dieser Zuwachs sämtliche Bereiche und nicht ausschließlich die Integrationsbetreuung. Den gesamten Bedarf kann die Stadt in ihren eigenen Einrichtungen nicht abdecken. Deshalb werden Eltern bei Bedarf auch an private Träger oder Tageseltern vermittelt.
Eltern wünschen sich mehr Informationen
Die Befragung zeigt zudem, wo sich Eltern Verbesserungen wünschen. So hätten 41 Prozent der befragten Hort-Eltern gerne mehr Informationsangebote zur Lernförderung, knapp 40 Prozent zum Gewalt- und Kinderschutz. In den Kindergärten wünschen sich 44 Prozent mehr Informationen zur vorschulischen Förderung. Die Stadt kündigt deshalb an, das Informationsangebot auszubauen und Veranstaltungen der Volkshochschule stärker zu bewerben.
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