Schönste Wanderrouten

Zwischen Walsergeschichte und Bergidylle

Vorarlberg
06.11.2026 13:25

Das Auenfeld war einst ganzjährig besiedelt, heute prägen Feuchtwiesen und artenreiche Bergmähder das Gebiet. Eine Rundwanderung von Hochkrumbach führt durch diesen besonderen Naturraum.

Weite Wiesen, feuchte Moorböden und kleine Wasserläufe prägen das Auenfeld am Hochtannberg. Zwischen den umliegenden Bergen erstreckt sich somit ein wertvoller Naturraum, der zugleich eine lange Besiedlungsgeschichte aufweist. Ausgangspunkt einer abwechslungsreichen Rundwanderung durch das Gebiet ist Hochkrumbach am Hochtannbergpass (Anm.: gebührenpflichtiger Parkplatz beim Saloberlift). Von dort führt der Weg zunächst am Saloberlift vorbei und ein Stück weit bergan. In den Morgenstunden liegt um diese Jahreszeit oft noch eine dicke Nebeldecke über der Landschaft, die sich aber im Laufe des Vormittags auflöst.

TIPPS und Infos

Typ: abwechslungsreiche Rundwanderung Ausgangspunkt: Parkplatz Saloberlift (gebührenpflichtig) in Hochkrumbach
Dauer: knapp drei Stunden (reine Gehzeit)
Aufstieg: rund 320 Höhenmeter
Ausrüstung: Wanderschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip (in den Morgenstunden kann es bereits sehr kalt sein), Tagesrucksack mit Jause und Getränk, bei Bedarf Wanderstöcke
Öffentliche Verkehrsmittel: z.B.: Buslinie 852 ab Gemeindeamt Schoppernau bis Saloberlifte Hochkrumbach
Anmerkung:
das Hotel Körbersee und die Auenfelder Hütte haben derzeit Betriebsurlaub und öffnen wieder in der Wintersaison

Bis ins frühe 19. Jahrhundert besiedelt
Zwischen Geländekuppen und den ansteigenden Berghängen öffnet sich nach und nach der Blick auf den weitläufigen Talboden. Hier schlängelt sich die junge Bregenzerach durch Wiesen und Feuchtgebiete, während die umliegenden Berghänge von traditionell bewirtschafteten Mähdern geprägt sind. Dass einst Menschen in dieser Höhenlage dauerhaft lebten, ist heute kaum vorstellbar. Das Auenfeld gehörte jedoch zu den frühen Siedlungsplätzen der Walser am Tannberg. Eine Urkunde aus dem Jahr 1399 erwähnt bereits eine Walserin aus Owenfeldt. Noch im frühen 19. Jahrhundert gab es hier Wohnhäuser und landwirtschaftliche Grundstücke.

Blick auf die Auenfeld-Alpe und die umliegenden Mähder
Blick auf die Auenfeld-Alpe und die umliegenden Mähder(Bild: Rubina Bergauer)
Die noch junge Bregenzerach schlängelt sich durch die alpine Landschaft.
Die noch junge Bregenzerach schlängelt sich durch die alpine Landschaft.(Bild: Rubina Bergauer)

Wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere
Im Laufe der Zeit wurde die Dauersiedlung aufgegeben und die Flächen zunehmend als Alpen genutzt. Die traditionelle Bewirtschaftung hat das Erscheinungsbild der Gegend bis heute mitgeprägt. Neben der langen Besiedlungsgeschichte ist das Auenfeld vor allem aus naturschutzfachlicher Sicht interessant. Die Moore und Mähder umfassen rund 67 Hektar und bilden einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Der flache Talboden wird von der mäandrierenden Bregenzerach durchzogen, deren Verlauf zusammen mit kleinen Wiesenbächen ein verzweigtes Netz aus Gewässern bildet. Die Feuchtflächen gehen in artenreiche Bergmähder an den Hängen über. Dieses Mosaik unterschiedlicher Lebensräume macht den besonderen ökologischen Wert des Gebiets aus. Im Spätherbst sind die Bergspitzen bereits mit dem ersten Schnee „angezuckert“, während die Vegetation im Tal noch in Gold- und Rottöne getaucht ist.

Gemeiner Wacholder

Der Gemeine Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse und ist ein immergrüner, ausgesprochen widerstandsfähiger Strauch. Dieser gedeiht bevorzugt an sonnigen, trockenen und nährstoffarmen Standorten und kommt sowohl in lichten Wäldern als auch auf Heideflächen, Magerweiden und steinigen Berghängen vor. Je nach Standort wächst die Pflanze aufrecht und strauchförmig oder bleibt in höheren Lagen niedrig und gedrungen. Charakteristisch sind die spitzen, stechenden Nadeln, die meist zu dritt am Zweig stehen und auf der Oberseite einen hellen Streifen aufweisen. Eine botanische Besonderheit sind die Früchte: Was umgangssprachlich als Wacholderbeeren bezeichnet wird, sind tatsächlich fleischig gewordene Zapfen. Sie entwickeln sich an weiblichen Pflanzen, sind zunächst grün und färben sich mit zunehmender Reife dunkelblau bis schwarz. Bis die Beeren vollständig ausgereift sind, vergehen zwei bis drei Jahre. In der Küche dienen sie aufgrund ihres würzig-harzigen Aromas als Gewürz, insbesondere für Wildgerichte, Sauerkraut und Marinaden. Die Beeren sind außerdem ein wichtiger Bestandteil von Gin und dienen zahlreichen Vogelarten als Nahrung.

Die Beeren dienen vielen Vögeln als Nahrung. Man kann aber auch Gin aus ihnen machen.
Die Beeren dienen vielen Vögeln als Nahrung. Man kann aber auch Gin aus ihnen machen.(Bild: Rubina Bergauer)

Streng geschütztes Ökosystem
Von Auenfeld folgt man den Wegweisern in Richtung Körbersee. Ein schmaler Wanderpfad zweigt vor der Batzenalpe rechts ab und führt vom Talboden auf das Hochplateau des Sees. Rund um das Gewässer im Quellgebiet der Bregenzerach erstreckt sich auf rund 300 Hektar Fläche ein Pflanzenschutzgebiet. Das Ausreißen, Ausgraben oder Pflücken von Gewächsen ist hier strengstens verboten. Hinweistafeln machen zudem darauf aufmerksam, dass die alpine Landschaft nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern zugleich Lebensraum zahlreicher Wildtiere und Vögel ist. Am besten ist es daher, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. Vom Körbersee führt die Strecke schließlich im sanften Auf und Ab über den Kalbelesee zurück nach Hochkrumbach.

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