Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 rollen zwar neue grenzüberschreitende Züge durch Vorarlberg, doch bei den Bussen wird kräftig gespart. In mehreren Städten und Gemeinden führt dies zu deutlichen Angebotseinschränkungen. Grünen-Klubobmann Daniel Zadra übt deshalb scharfe Kritik an Mobilitätslandesrat Christof Bitschi (FPÖ).
Der öffentliche Nahverkehr im Ländle steht vor grundlegenden Weichenstellungen. Was den Bahnverkehr betrifft, werden neue Direktverbindungen in die Schweiz und nach Deutschland auf Schiene gebracht. Die S3 beispielsweise wird künftig stündlich von Bregenz nach St. Gallen und Weinfelden fahren. Auch ein zweistündlicher Regionalexpress von Schruns über Bregenz bis nach Friedrichshafen ist vorgesehen.
Kommunen müssen Kosten sparen
Das Angebot auf der Straße hingegen schrumpft vielerorts. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Den Kommunen fehlt schlicht und einfach das Geld. Da sie bei der Finanzierung die Hauptlast tragen, versuchen sie durch Streichungen und Anpassungen Kosten zu sparen. Neben Kürzungen im Unterland und im Oberen Rheintal fallen unter anderem auch bei den Stadtbuslinien in Dornbirn späte Abendfahrten weg. Die Verantwortlichen verweisen zwar auf den hohen Anteil an E-Bussen und neue umsteigefreie Linien, doch die Lücken im Fahrplan bleiben unübersehbar.
Ein-Stunden-Takt im urbanen Raum
Besonders hart trifft es die Fahrgäste in Feldkirch. Dort fahren etliche Stadtbuslinien in den Abendstunden sowie an Samstagen künftig nur noch im Stundentakt. Für den Grünen-Klubobmann Daniel Zadra ist das ein untragbarer Zustand: „Da lässt die schwarz-blaue Stadtregierung grüßen. Dass die Busse nur mehr im Ein-Stunden-Takt fahren ist nicht okay, das geht im urbanen Raum einfach nicht.“
Zadra sieht die Hauptverantwortung für diese Entwicklung beim zuständigen Landesrat und dessen Mitstreitern. Konkret wirft er der Landesregierung vor, die Kommunen finanziell auszuhungern und sich anschließend aus der Schusslinie zu ziehen. „Bitschi setzt den Kurs fort, dass er für nichts zuständig ist und auch diese Kürzungen nicht zu verantworten hat, denn er verweist darauf, dass nicht er, sondern die Städte und Gemeinden die Kürzungen vorgenommen haben.“ Letztlich sei die Reaktion der Kommunen aber kein Wunder, da man ihnen gegenüber immer kommunizieren würde, dass kein Geld vorhanden sei.
Sorge um Leistbarkeit und Auslastung
Neben den Streichungen sorgt auch die Preisentwicklung bei den Einzelfahrkarten für Diskussionsstoff. Wer kein Jahresticket besitzt, greift für Fahrten tiefer in die Tasche. Das Land verweist bezüglich der Auswirkungen auf eine laufende Untersuchung, deren Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen sollen. Ob das ausgedünnte Netz und die höheren Preise für Gelegenheitsfahrer den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr erleichtern, bleibt fraglich.
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