Im Vorjahr ertappte die Polizei in Österreich insgesamt 112.317 Personen bei der Nutzung eines Handys am Steuer. Allein in Vorarlberg waren es 4381 Lenkerinnen und Lenker. Obwohl diese Zahlen beeindruckend sind, bilden sie nur einen Bruchteil der tatsächlichen Verstöße ab. Um Kontrollen zu erleichtern, fordert der Verkehrsclub Österreich daher den Einsatz von sogenannten Handyblitzern.
Gefahr durch Ablenkung
Wer am Steuer mit dem Handy hantiert, bringt andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Unachtsamkeit war im Vorjahr in Vorarlberg der häufigste Auslöser für Unfälle mit Personenschaden. Laut Daten der Statistik Austria ging jeder dritte Verkehrsunfall darauf zurück. Zwar kann die Aufmerksamkeit durch viele Faktoren abgelenkt sein, die Nutzung des Smartphones ist allerdings einer der häufigsten.
Ablenkung war in Vorarlberg im Vorjahr die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Jeder dritte Verkehrsunfall wurde dadurch verursacht.
VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk
Reaktion wie bei Alkohol
VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk kritisiert, dass bei vielen Verkehrsteilnehmern das Bewusstsein für die Gefahr fehle. Dabei ist die Datenlage eindeutig: Wer beim Fahren ein Mobiltelefon am Ohr hält, reagiert ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Beim Lesen von Nachrichten ist man laut Untersuchungen rund zwei Sekunden im Blindflug unterwegs – bei einem überschaubaren Tempo von 50 km/h legt das Fahrzeug in dieser Zeit fast 30 Meter zurück, was im Ernstfall fatale Folgen haben könnte.
Vorbild Rheinland-Pfalz
In Deutschland sind Handyblitzer im Bundesland Rheinland-Pfalz bereits seit April 2025 erfolgreich im Einsatz. Diese Spezialkameras erkennen vollautomatisiert, ob eine Person am Steuer ein Smartphone verwendet. Schlägt das System an, überprüfen Polizisten das Foto im Anschluss manuell auf einen Verstoß. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird in Deutschland nun überlegt, die Technik flächendeckend einzusetzen.
Neue Regeln erforderlich
Damit Handyblitzer auch in Österreich eingesetzt werden dürfen, müssten erst die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Konkret ist dafür eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung erforderlich. Der VCÖ fordert die Politik auf, dieses Thema zeitnah anzugehen. Bis dahin gilt der Appell an alle Lenkerinnen und Lenker: Beim Autofahren bitte die Hände vom Smartphone lassen!
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