Stadtgalerie im Amthof

Lorenz Friedrich: Objektminiaturen ganz groß!

Kärnten
05.11.2026 16:00

2013 hat er den Bank Austria Kunstpreis Kärnten der Galerie 3 erhalten, 2016 Paris im Künstleratelier Klagenfurt genossen. Zehn Jahre mehrere Arbeitsstipendien und viele Ausstellungen später, ist Lorenz Friedrich Fixgröße im Kunstgetriebe – weit über Kärntner Grenzen hinaus!

Es ist immer wieder ein nachhaltiges Vergnügen, in den Miniaturen-Kosmos des St. Veiters einzutauchen, der in Wien wie Kärnten lebt und arbeitet. Und auch, wenn die Holz- und Bronze-Figürchen des 38-Jährigen zwar „nur“ im Maßstab 1:30 die Länder des Alltäglichen besiedeln, sind sie doch eindringlich monumental in ihrer Raum und Geist füllenden Präsenz, die so wunderbar leicht mit Sehgewohnheiten und Wahrnehmung spielt.

Mannspillen: Mit Sicherheit die richtige Medizin für trübe Tage.
Mannspillen: Mit Sicherheit die richtige Medizin für trübe Tage.(Bild: Lorenz Friedrich)

Vielschichtige Projektionsfläche surreal-realer Welten
Nähe und Distanz, Verborgenes wie Sichtbares und die „Fragile Balance“ dazwischen: In der Stadtgalerie im Amthof Feldkirchen gibt sie der kommenden Personale den stimmigen Titel, um medienübergreifend Skulptur, Fotografie und Film zur vielschichtigen Projektionsfläche surreal-realer Welten zu verweben. Neue, überraschende Perspektiven ergeben sich daraus fast schon beiläufig und wie unerschöpflich der Friedrichsche Ideenfundus das Große im Kleinen zelebriert, macht immer wieder Staunen.

Mit dem Drahtesel auf dem Drahtseil zwischen Grenzen der Wirklichkeit.
Mit dem Drahtesel auf dem Drahtseil zwischen Grenzen der Wirklichkeit.(Bild: Lorenz Friedrich)

Flitzen in älteren, spritzig-witzigen Arbeiten noch winzige Männchen rasenmähend über den gelben Putzschwamm, hocken, auf dass ihnen ein Licht aufgehe, in Glühbirnen oder verordnen dem Auge als Mannspillen eine Medizin, die mit Sicherheit ein Lächeln in Gesichter zauberte, erscheinen neue Werke zurückhaltender, aber nicht weniger genial.

Virtuoser Balanceakt
Fundstücke wie Karton, Eisenstangen oder Alltagsgegenstände sind ihnen Versatzstücke für den virtuosen Balanceakt zwischen den Grenzen der Wirklichkeit des Kärntners, der Bildhauerei an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Hallstatt (2004 – 2008) und an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Heimo Zobernig (2009 – 2015) studiert hat. 

Von 11. November (Vernissage: 19 Uhr, einleitende Wort: Magdalena Koschat) bis 15. Jänner bespielt Lorenz Friedrich die Amthof-Galerie mit „Fragiler Balance“ – Mittwoch bis Freitag (15 bis 18 Uhr) und während Amthof-Veranstaltungen.

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