Tipps und Tricks

Gegen Krankheiten ist oft auch ein Kraut gewachsen

Steiermark
04.11.2026 09:00

Egal, wie modern die Zeiten heute sein mögen: Abwarten und Tee trinken ist leider immer noch die Devise, wenn einen Husten, Schnupfen oder Fieber ins Bett werfen. Allerdings: Auch die Natur schenkt uns beste Heilmittel gegen Krankheiten. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt.

In vielen steirischen Apotheken geht die Tür dieser Tage so gut wie nie zu, und die „Flora“ in Gratwein ist da keine Ausnahme. „Die Erkältungssaison ist in vollem Gange“, sagt Chefin Edda Triebl. Die Kunden wollen zwei Dinge: „Ihre Beschwerden schnellstmöglich los werden. Und dann gleich mit einem guten Immunsystem weiteren vorbeugen.“

Alleskönner Sternanis
Und obwohl Edda Triebl als Apothekerin Expertin für Medizin und Pillen ist, ist sie auch fasziniert von der Kräuterkunde – und bestens darin bewandert. Wir haben sie um Tipps gebeten. Zum Beispiel: Ist Sternanis, worauf etwa eine Kollegin, die sich gekonnt durch die Viren schlängelt, schwört, echt so ein Geheimtipp? „Das ist sogar ein 5-in-1-Könner“, bestätigt die Expertin. „Wie wir von Babys wissen, entspannt Anis Magen und Darm. Dann ist es ein Booster fürs Immunsystem und reinigt Nase und Nebenhöhlen. Zudem wirkt es antiviral und antibakteriell.“

Edda Triebl ist Apothekerin in Gratwein-Straßengel.
Edda Triebl ist Apothekerin in Gratwein-Straßengel.(Bild: Jürgen Radspieler)

Aber noch gegen andere Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen, oft sogar vor der Haustür. „Eibischwurzel oder isländisches Moos beruhigt Schleimhäute. Ingwer wärmt wunderbar und hilft gut gegen Übelkeit.“

In den meisten Grippe- und Erkältungstees stecken Linden- und Holunderblüten, die schweißtreibend und fiebersenkend sind.

Ingwer ist sehr hochwertig
Ingwer ist sehr hochwertig(Bild: Kräuterpfarrer-Zentrum)

Essigpatscherl seit Generationen bewährt
Das wissen wir noch von der Oma: Das Fieber senken Essigpatscherl – in Apfelessig getränkte Tücher, jeweils am rechten Bein/linken Arm oder umgekehrt. Triebl: „Obwohl natürlich speziell bei Kindern gilt: Grad bei hohem Fieber muss man einen Arzt beiziehen.“

Was die Expertin uns sonst noch rät: „Vitamin C, D, Zink fürs Immunsystem, Echinacea (Sonnenhut) und Zistrose-Tee regen die Abwehr an.“ Thymian und Spitzwegerich halten Husten in Schach – aromatische Bäder damit sind auch so entspannend. Dann Topfen: kühlend und abschwellend.

Nasendusche ist der Renner
Was noch sehr gut ankommt: warme Brustwickel mit Leinöl, Gurgeln mit Salbeitee, Inhalieren mit Salzwasserdampf. Edda Triebl: „Dazu gibt es heuer sogar einen ziemlichen Renner, nämlich die sogenannte Nasendusche, die über Wasser und Thermalsalz funktioniert“ Und: gute Gemüsesuppe regt die Lebensgeister an und schmeckt.

Kommen Sie gut durch die Schnupfensaison!

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