Dem ehemaligen Obmann des Vereins Cosplay Entertainment, Michael Bäcker, wurde schwerer Betrug vorgeworfen, weil er im Fall des erkrankten Brunos kein Spendengeld ausbezahlt hatte. Er wurde freigesprochen, weil keine Straftat nachgewiesen werden konnte.
Schwere Betrugsvorwürfe, zwei Wochen Untersuchungshaft und ein enormer Imageschaden für seinen Verein, der mit Superheldenverkleidungen Geld für kranke Kinder sammelte: Für Michael Bäcker, früherer Obmann des Wiener Neustädter Vereins Cosplay Entertainment, war der 14. Oktober ein entscheidender Tag. Das Gericht sprach ihn vorläufig frei. „Es konnte keine Straftat nachgewiesen werden“, betont Bäcker im Gespräch mit der „Krone“.
Auslöser des Verfahrens war die Spendenaktion für den kranken Bruno Heiner. Bei dem Buben war 2024 Duchenne-Muskeldystrophie diagnostiziert worden. Eine teure Gentherapie in den USA sollte helfen. Der Verein sammelte Spenden. Doch die Familie warf Bäcker vor, bereits lukriertes Geld nicht ausbezahlt zu haben. Auch 10.000 Euro für Werbung hatte sie vorab überwiesen, die sie jetzt nicht mehr zurückbekommen.
„Wir haben für Bruno 1000 Prozent gegeben“, erklärt Bäcker den finanziellen Aufwand und den Verbleib des Geldes. Plakate, Spendenboxen, Videos und Medienauftritte hätten den Buben landesweit bekannt gemacht. Auch wurde von Bäcker immer klar kommuniziert, dass Spenden nie für nicht zugelassene Therapien hergegeben werden.
Was Bäcker besonders ärgert: „Bereits vor der Anzeige wusste Familie Heiner, dass Bruno ein helfendes Medikament von der Krankenkasse verschrieben bekommen hat. Und trotzdem wollten sie weiter Spenden.“
Wenn wir für jemanden Geld sammeln und dann springt die Krankenkasse ein, geben wir das Geld dem nächsten kranken Kind.
Michael Bäcker, ehemaliger Obmann des Vereins Cosplay
Familie sammelt weiter Geld für heilende Therapie
„Das Medikament hilft ihm ein wenig“, erklärt Brunos Mutter Agota. Trotzdem habe sich sein Zustand gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Spenden sammelt die Familie weiter, denn bald könne er an einer klinischen Studie in Belgien teilnehmen. „Auch dafür brauchen wir Geld, weil dann müssen wir drei bis vier Monate mit Bruno in Belgien leben“, so Heiner. Und auch die vier Millionen Euro teure Gentherapie in den USA ist für die Familie immer noch ein Hoffnungsschimmer.
Den Verein Cosplay gibt es mittlerweile nicht mehr. „Der mediale Schaden ist zu groß, den können wir leider nicht mehr ausbügeln“, so Bäcker traurig.
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