Ein ehemaliger Geschäftsführer soll insgesamt 4,7 Millionen Euro abgezweigt haben. Der mittlerweile 74-Jährige soll dazu unter anderem einen Mitarbeiter erfunden und dessen Lohne für private Zwecke verwendet haben. Er bezahlte damit einen Jäger. Vor Gericht drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
Zumindest mangelnde Kreativität kann man dem Angeklagten nicht vorwerfen: Für ein Unternehmen aus dem Salzkammergut baute er in den frühen 2000er-Jahren gemeinsam mit seinem Sohn eine erfolgreiche Niederlassung in Bad Mitterndorf im Ausseerland (Stmk.) auf.
Bis zu zehn Jahre Haft
Das schien ihm aber nicht zu reichen, denn er dürfte dabei auch großzügig in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Der mittlerweile 74-Jährige soll in all den Jahren mehr als vier Millionen Euro abgezweigt haben. Morgen, Mittwoch, muss er sich am Landesgericht Leoben unter anderem wegen Untreue verantworten – Strafrahmen: zwischen einem und zehn Jahre Haft.
Interne Recherchen deckten Fall auf
Der Geschäftsführer soll laut Anklage einen Angestellten erfunden und bezahlt haben. In Wirklichkeit war der Mann als Jäger bei seinem Sohn angestellt. Weiters soll er seinem Sohn großzügige Jahresboni ausbezahlt und sein Haus auf Firmenkosten ausgebaut und ausgestattet haben. Bei einer internen Recherche kam man dem Mann bei der Muttergesellschaft im Salzkammergut schließlich auf die Schliche.
Angesichts der immensen Schadenshöhe gehen wir im Falle einer Verurteilung von einer hohen Haftstrafe im zumindest mittleren Bereich des Strafrahmens aus.
Artur Reisenberger, der Anwalt des Unternehmens
Schnell flog alles auf, weil sich zahlreiche Mitarbeiter, die zuvor von dem Geschäftsführer unter Druck gesetzt worden waren, als Zeugen zur Verfügung stellten. Besonders tragisches Detail: Sein Sohn beging im September 2024 Suizid. Der Angeklagte ist nur teilweise geständig. Die Ehefrau des ehemaligen Geschäftsführers verweigert bisher die Aussage.
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