Abo im Brucknerhaus

Weltstar in Linz: Dirigent wechselte ans Klavier

Oberösterreich
02.11.2026 14:30

Große Emotionen, außergewöhnliche Klangfarben und Weltstar in Linz: Wayne Marshall dirigierte das Bruckner Orchester, Maria Ioudenitch spielte die Sologeige. Außerdem kam es zu kurios-virtuosen Einlagen – zum 60. Geburtstag des Orchesters. Klassik als Erlebnis!

Wayne Marshall gilt als einer der charismatischsten Dirigenten der Gegenwart und entfacht mit seiner elektrisierenden Musikalität auf den Konzertpodien weltweit regelmäßig Begeisterungsstürme. Dabei bleibt er auffallend lässig und locker.

Mit einer an Jazzmusiker erinnernden Körpersprache führte der Brite das Bruckner Orchester Linz durch das Programm. Sein besonderes Gespür für Groove war dabei stets spürbar. Den Auftakt bildete Maurice Ravels „Ma mère l’Oye“, hier spielte das Orchester seinen feinen Sinn für Klangfarben eindrucksvoll aus.

Die in Russland geborene und in Kansas City aufgewachsene Geigerin Maria Ioudenitch
Die in Russland geborene und in Kansas City aufgewachsene Geigerin Maria Ioudenitch(Bild: reinhard winkler)
Bruckner-Orchester-Konzertmeisterin Ruth Müller, Dirigent Wayne Marshall
Bruckner-Orchester-Konzertmeisterin Ruth Müller, Dirigent Wayne Marshall(Bild: reinhard winkler)

Junge Geigerin begeisterte
Mit Leonard Bernsteins „Serenade after Plato’s Symposium“ folgte ein technisch wie rhythmisch anspruchsvolles Werk, das gemeinsam mit der brillanten 31-jährigen Geigerin Maria Ioudenitch zu einem mitreißenden Höhepunkt wurde. Zugaben!

Auch die Stimmführer der Streichergruppen setzten solistische Akzente. Besonders Konzertmeisterin Ruth Elisabeth Müller überzeugte mit ihrem warmen Ton, unterstützt von Benedict Mitterbauer, Gunter Glössl, Yishu Jiang und Alwin Staples. Noch ein Kuriosum: „In Rhapsody in Blue“ kam auch ein Banjo ins Orchester, diesmal gespielt von Severin Trogbacher, bekannt auch durch seine musikalische Freundschaft mit Hubert von Goisern.

Der Dirigent an der Orgel
Anschließend wechselte Marshall selbst ans Klavier und fegte Gershwins „Rhapsody in Blue“ mit sportlichem Elan über die Bühne. Als Zugabe setzte sich der britische Star an die Orgel und improvisierte über „Happy Birthday“ – eine musikalische Gratulation an das Bruckner Orchester zu seinem 60. Geburtstag. Marshall erwies sich damit einmal mehr als großartiger Virtuose und Entertainer mit amerikanischem Showtalent.

Viel Beifall für einen ausgesprochen lebendigen, mitreißenden Konzertabend, der die Abo-Reihe der Saison 2026/27 des Bruckner Orchesters Linz eröffnete.

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