Bei Wels im Einsatz

200-Tonnen-Monsterzug legt sich die Gleise selbst

Oberösterreich
02.11.2026 10:00

Der Schnellumbauzug 500, kurz SUZ 500 ist ein wahres Ungetüm. Die Maschine verlegt im Alleingang mehr als eineinhalb Kilometer Gleis pro Tag. Die wenigen Geräte sind auf Jahre hinweg ausgebucht. Im Oktober war eines davon beim viergleisigen Ausbau zwischen Linz und Wels zu bestaunen – die OÖ-„Krone“ war dabei.

Was ist gelb, 200 Tonnen schwer und legt 1600 Meter Gleis pro Tag? Das kann nur der Schnellumbauzug 500 sein, kurz SUZ 500 genannt. Die bei Plasser & Theurer in Oberösterreich gebaute, rund 80 Meter lange Maschine ist auf Jahre ausgebucht, aber kürzlich war das Monster für einige Tage auf der Weststrecke zwischen Linz und Wels im Einsatz – die „Krone“ war dabei.

Letzter Ausbau in der Monarchie
Der Korridor ist für Nahverkehr und internationalen Personen- und Güterverkehr essenziell. Trotzdem ist der 24 Kilometer lange Abschnitt nur zweigleisig – und das schon seit der Kaiserzeit. Da seither der Bahnverkehr erwartungsgemäß um ein Vielfaches zugenommen hat, war der Ausbau des uralten Nadelöhrs schon lange überfällig. „Die Planungen für den viergleisigen Ausbau haben 2003 begonnen“, so Projektleiter Heinz Dudek.

Ein Bagger legt die Gleisstränge ab.
Ein Bagger legt die Gleisstränge ab.(Bild: Matthias Lauber/laumat.at)

2000 Einsprüche bremsten
Trassenfindung, Umweltverträglichkeitsprüfung und nicht zuletzt rund 2000 (!) Einsprüche hätten den Baustart bis 2021 hinausgezögert, fertig soll das Teilstück 2031 werden. „Jeder einzelne noch so kleine Schritt muss jahrelang im Vorhinein geplant und gemeldet werden. Die Bauarbeiten finden parallel zum Betrieb statt“, erklärt der Projektleiter den unheimlichen Planungsaufwand.

Drann bringt sie der SUZ 500 in Position und legt die Schwellen in regelmäßigen Abständen ab.
Drann bringt sie der SUZ 500 in Position und legt die Schwellen in regelmäßigen Abständen ab.(Bild: Matthias Lauber/laumat.at)

Kettenfahrwerk und Räder
Insbesondere, weil dort bereits am Limit gefahren wird: manchmal bis zu 500 Züge pro Tag. „Das ist das Maximum, was sicher möglich ist. Der viergleisige Ausbau ist auf 550 Züge pro Tag mit Puffer ausgelegt, kann aber deutlich mehr verkraften“, stellt Dudek klar. Aktuell wird zwischen Wels und Marchtrenk gebaut, wo auch der SUZ 500 zum Einsatz kam. Rund 35 Arbeiter bedienen die verschiedenen Teile des gewaltigen Geräts, das sich vorne mit einem Kettenfahrwerk über den Bahnschotter bewegt.

Drei Tage, fünf Kilometer
In den drei Tagen, in denen der SUZ 500 bei Marchtrenk im Einsatz war, wurden rund 8000 Schwellen und fast fünf Kilometer Gleis verlegt – jeder Meter ein Schritt in Richtung Fertigstellung. Denn: Trotz aller Einsprüche und Hürden liegt man pünktlich im Zeitplan.

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