Das Logo seines Biker-Clubs brachte einen hier lebenden Kroaten (39) ins Salzburger Landesgericht: Weil es einen Reichsadler darstellte. Das Symbol hatte er auf Shirts, Jacken, einem Metallabzeichen und sogar auf einem Aufkleber am Kühlschrank. In den Sozialen Netzwerken verherrlichte er zudem die NS-Herrschaft.
Der angeklagte Kroate (39) hat mit seinen 39 Jahren schon acht Vorstrafen gesammelt. Am Montag musste er sich wegen Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz gegenüber acht Geschworenen im Salzburger Landesgericht rechtfertigen: Einerseits geht es laut der Anklage der Salzburger Staatsanwaltschaft um Chatnachrichten sowie Postings über die Plattformen WhatsApp und Facebook, bei der er nationalsozialistische Propaganda in Form von Bildern mit Sprüchen teilte.
Zwei Jahre auf Bewährung
Andererseits war der 39-Jährige Mitglied eines Biker-Clubs, dessen Logo einen Reichsadler aus der NS-Zeit beinhaltete: Das Symbol trug er bei Events auf Kleidungsstücken. Er hatte auch ein Metallabzeichen und einen Aufkleber am Kühlschrank, der wohl so manchem Besucher aufgefallen ist. Gleich zu Beginn des Prozesses legte der Kroate ein Geständnis ab.
Das Geschworenengericht verurteilte den 39-Jährigen im Sinne der Anklage zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.
Am Mittwoch folgen schon die nächste zwei Prozesse wegen des Vorwurfs der Wiederbetätigung – in beiden Fällen müssen je acht Geschworene über die Schuld entscheiden. Ein 20-jähriger Österreicher soll laut Anklage in Chats, Sprachnachrichten und Postings auf diversen Sozialen Medien rassistisch agiert und das White Power-Zeichen öffentlich gezeigt haben. Am selben Tag muss auch ein Ungar (45) erklären, warum er sich einen Reichsadler auf die Brust tätowierte. Auch er soll die NS-Zeit in Postings verherrlicht haben.
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