Nach Banküberfall

310.000 Euro Beute war für die Räuber unbrauchbar

Salzburg
02.11.2026 07:00

Ein 310.000-Euro-Coup im Bankhaus Spängler in Salzburg machte im Mai 2014 Schlagzeilen. Einer der zwei gesuchten Täter, ein Italiener (50), sitzt seit Freitag im Gefängnis. Die „Krone“ berichtete über die Festnahme zwölf Jahre nach dem Banküberfall. Und, wie rote Farbe den Bankräubern ihre Beute vermieste.

Der 22. Mai 2014, ein Donnerstag. Es war 9.15 Uhr, als zwei Männer mit Perücke und Kapperl in die Spänglerbank im Herzen Salzburgs stürmten. Einer hatte ein Brecheisen in der Hand, der andere eine Pistole. „Lay down, lay down“ (übersetzt: Leg dich hin), schrie ein Räuber, während er die Pistole auf eine Angestellte richtete.

Währenddessen griff der zweite Täter nach Geldscheinen, brach dazu mehrere Kästen auf. Blitzschnell waren sie mit 310.000 Euro auch schon wieder weg – in Richtung Dreifaltigkeitsgasse, wo ein schwarzes Motorrad als Fluchtfahrzeug bereitstand. So berichtete es damals die „Krone“.

Besonders bei österreichischen Urlaubern beliebt: der Badeort Rimini.
Besonders bei österreichischen Urlaubern beliebt: der Badeort Rimini.(Bild: stock.adobe.com null)

Festnahme in Italien
Jetzt, zwölf Jahre später, sitzt einer der beiden mutmaßlichen Bankräuber in einer Zelle. Genauer: im Gefängnis Ferrara. Italienische Ermittler konnten den 50-Jährigen am Freitag im Haus seiner Lebensgefährtin in Rimini verhaften. Das berichtet eine Lokalzeitung. Der Verdächtige stammt aus der Region Foggia. Durch internationale polizeiliche Zusammenarbeit und Informationen aus Kriminal-Datenbanken gelang die Festnahme, heißt es.

Gegen den 50-Jährigen lag auch ein Europäischer Haftbefehl vor. Aller Voraussicht nach wird er in den nächsten Wochen nach Salzburg ausgeliefert.

Den Angestellten war der Schock des Überfalls anzusehen, wie Bilder von damals zeigen.
Den Angestellten war der Schock des Überfalls anzusehen, wie Bilder von damals zeigen.(Bild: Markus Tschepp)

Raub-Komplize noch flüchtig
Sein Raub-Komplize wird nach wie vor gesucht. Die erbeuteten 310.000 Euro waren zudem unbrauchbar, wie die „Krone“ in den Folgetagen berichtete. Eine Farbkapsel aus einem sogenannten Alarmpaket färbte die Scheine rot. Auch die Flucht gestaltete sich spektakulär: „Trotz Stauchaos“ aufgrund einer Baustelle in der Schwarzstraße, wie es damals hieß, konnte das Duo rasch entkommen.

In der Nähe eines Hotels bei der Autobahnauffahrt Salzburg-Nord stellten sie das schwarze Bike ab und wechselten in ein zweites Fluchtfahrzeug, womöglich ein Auto. Das Motorrad konnte von der Polizei sichergestellt werden – damals hofften Ermittler auf DNA-Spuren. Später veröffentlichte die Kripo Fahndungsbilder der zwei Räuber. Erst jetzt, zwölf Jahre später, glückte die erste Festnahme.

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