Mitmachaktion

Wiener sollen ihre letzten Wünsche teilen

Wien
02.11.2026 06:00

Auf der Freyung in der Wiener Innenstadt haben die heimischen Ordensgemeinschaften ein Mahnmal der besonderen Art errichtet: Eine Tafel fordert zur Formulierung von letzten Wünschen auf, während man mitten im Leben steht. Jeder kann und soll mitmachen.

Noch bis 6. November sollen Menschen bei der „Gesprächsinsel“ mitten im Alltag innehalten, lesen, und ihre eigenen Gedanken hinzufügen. Initiatorin Verena Osanna will so „dazu einladen, darüber nachzudenken, was uns im Leben wirklich wichtig ist, was wir verwirklichen möchten und wie wir in Erinnerung bleiben wollen“.

Kinder, die Serengeti, und die Liebe des Lebens
Bereits am ersten Tag war die Tafel randvoll befüllt: Zum Satzanfang „Bevor ich sterbe, möchte ich ...“ fiel Passanten ein: danken, die Welt sehen, mich selbst lieben lernen, für immer mit der Liebe meines Lebens (Lorenzo) zusammenbleiben, hierher zurückkommen, die Serengeti sehen, nach Hawaii und mit den Walen schwimmen, mein Kind groß werden erleben, täglich lachen und tanzen, und vieles anderes mehr.

Jack, 23, gibt seinen letzten Wunsch preis.
Jack, 23, gibt seinen letzten Wunsch preis.(Bild: Mario Urbantschitsch)
Moment des Innehaltens auf der Freyung
Moment des Innehaltens auf der Freyung(Bild: Mario Urbantschitsch)
Die Wünsche sind so verschieden wie die Menschen, die sie formulieren.
Die Wünsche sind so verschieden wie die Menschen, die sie formulieren.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Während die „Krone“ vor Ort war, trat ein junger Mann an die Tafel und schrieb auf die Tafel, dass er „bei der UN arbeiten“ wolle. Er entpuppte sich als 23-jähriger Bauingenieur aus Neuseeland, der auf einer zweimonatigen Europareise nach Wien kam und hier auf die Tafel stieß. Seinen Wunsch begründete er damit, dass er dort tätig werden will, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird und einen Gegenpunkt zur Entwicklung setzen möchte, dass „Menschen nur an sich selbst denken“. 

Das Konzept zu der „Letzte Wünsche“-Tafel entstand 2011 spontan auf der Wand eines verlassenen Hauses in New Orleans in den USA. Künstlerin Candy Chang wollte damit eine viel zu früh aus dem Leben gerissene mütterliche Freundin ehren, mit der sie immer darüber sprach, was man alles noch vorhabe. Inzwischen wurde die Idee bereits über 5000 Mal rund um die Welt weitergetragen.

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