Philosoph und Krankenpfleger Schuchter erklärt, warum Heilung nicht das einzige Ziel sein kann, weshalb Versöhnung am Lebensende kein Pflichtprogramm ist und was Menschen in Krankheit Halt geben kann. Im Gespräch geht es um Sterbewünsche, Wahrheit, Hoffnung, Tränen und die Frage nach dem Danach.
„Krone“: Herr Schuchter, Sie sind Philosoph und diplomierter Krankenpfleger und haben jahrelang schwerkranke Menschen betreut. Was kann die Philosophie für jemanden tun, den die Medizin nicht mehr heilen kann?
Patrick Schuchter: Wenn nichts mehr zu machen ist, bleibt noch viel zu tun. Das zeigt die Hospiz- und Palliativbegleitung: Beschwerden lindern, Trost geben und Lebensqualität erhalten sind wichtige Ziele, auch wenn Heilung nicht mehr möglich ist.
Im philosophischen Gespräch geht es nicht darum, ein Problem zu lösen. Auch Schwerkranke und Sterbende sind nicht nur Patienten. Sie haben Erfahrungen, etwas zu sagen und zu fragen. Sie wollen über mehr als ihre Krankheit sprechen. Dafür schafft die Philosophie Raum. Vorkenntnisse braucht es nicht.
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