Ein Trend zeichnet sich für die Gemeinderatswahl 2027 schon ab: Neben SPÖ, ÖVP und FPÖ werden wieder viele Politiker auf eigene Namenslisten setzen. Doch was steckt wirklich hinter dieser Taktik.
Wenn schon Spitzenkandidat, dann doch gleich mit einer eigenen Liste. Das denken sich auch immer mehr Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Denn damit lassen sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man umgeht die generelle Verdrossenheit der Gesellschaft gegenüber den Großparteien, kann aber meist trotzdem auf deren Unterstützung zählen. Außerdem wirkt man nahbarer, volksnäher – und irgendwie persönlicher. Was bei einer Gemeinderatswahl bekanntlich nie schadet.
„Echte Liste“ oder doch Großpartei mit Kniff
Bei den Gemeinderatswahlen 2021 gab es stolze 500 verschiedene Parteien und Namenslisten, die sich ins Rennen um Mandate gestürzt haben. Wie viele davon ein Spitzenkandidat alleine anführt, kann man sich ausrechnen. Zumindest eine Handvoll Bürgermeister in Kärnten dürfen sogar ihre hauseigene Partei anführen, allen voran Gerhard Köfers „Team Kärnten Liste Köfer“ in Spittal.
So viele Parteien und Listen werden 2027 wohl wieder in den 132 Kärntner Gemeinden bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl antreten.
Den Kunstgriff der eigenen Namensliste unter dem Dach einer Großpartei werden bei der Wahl 2027 wiederum dutzende Spitzenkandidaten nutzen. Oft mit dem Zusatz, dass sie den Großparteien ja nicht mehr vollends vertrauen können, sie einen Umschwung schaffen wollen oder es an der Zeit für neue Wege ist. Ob das notwendig ist, entscheiden letztlich aber der Wähler. Bei „Die Stimme Kärntens“ (siehe am Artikelende) können „Krone“-Leser bereits jetzt ihre Meinung kundtun.
In der Realität hängen die Kandidaten weiter rechtlich an ihren Großparteien. So überzeugt man neue Wähler, behält aber doch seine „Stammwählerschaft“, die man sich vorab als Großpartei-Politiker gesichert hat.
Bereits lange erfolgreich im Gemeinderat vertreten ist zum Beispiel die ÖVP-nahe „Liste für Alle“ in Althofen. Bekannt ist auch die neue „Liste Tino Egger mit Team“ in Grafenstein oder die FPÖ-nahe „BKK – Kleinkirchheimer Liste“. Waren es 2021 noch vermehrt FPÖ-Politiker, die sich mit Listen selbstständig gemacht haben, sind es heute immer mehr Rote, die ihrer Partei den Rücken kehren ...
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