Helen Mirren verkörpert die Krimiautorin Patricia Highsmith im Film „Ein Talent fürs Morden“. Die „Krone“ sprach mit dem Superstar über Detektivarbeit, dunkle Emotionen und die Zusammenarbeit mit Künstler Anton Corbijn.
Die eigene Eitelkeit musste Helen Mirren für diesen Dreh hintanstellen, erkennt man sie doch im neuen Kinofilm „Ein Talent fürs Morden“ (ab Donnerstag im Kino) kaum wieder. Der Film ist ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel mit psychologischer Tiefe. Die Geschichte selbst ist natürlich fiktiv, doch die Bestsellerautorin Patricia Highsmith sollte so nah wie möglich am Original sein: „Ich habe so viel ich konnte zu ihr recherchiert, ich wollte sie so akkurat wie möglich spielen. Sie war nicht besessen von Gewalt, aber die psychologische Seite daran hat sie fasziniert“, so Mirren.
Die die berühmten Krimis der Autorin gut kannte, wie sie der „Krone“ im Gespräch verriet: „Ich hatte zwei ihrer ,Mr. Ripley’-Bände gelesen und alle Verfilmungen gesehen. Aber was ich nicht kannte, war ihre persönliche Geschichte, das war eine Reise ins Unbekannte für mich.“
Eine Reise auch zu ihrer dunklen Seite, schließlich wird Highsmith im Film teils als grausam und bösartig dargestellt: „Jeder hat eine dunkle Seite. Angst, Eifersucht, Irritation. Ich war schon oft in der Situation, wo ich jemanden angeschnauzt habe, weil ich dieses Gefühl hatte, dass ich alles keine Sekunde länger ertragen könnte. Es sind Momente der Grausamkeit, und danach denkt man sich: ,Oh Gott, das war schrecklich, das zu sagen, warum habe ich das gemacht?’“ Nach einer Sekunde Bedenkzeit kann sich die Hollywood-Legende einen Seitenhieb zur US-Regierung nicht verkneifen: „Andere Leute dagegen haben gar kein Problem mit Grausamkeit. Und ziemlich viele davon arbeiten zur Zeit in unserer Regierung.“
In einem psychologischen Krimi mitzuspielen, habe großen Spaß gemacht: „Schauspieler sind Detektiven sehr ähnlich, die einen Menschen in ein paar Sekunden lesen können. Wenn wir einen Charakter spielen, schauen wir uns jedes Detail an, zuerst die Äußerlichkeiten, zum Beispiel, was hat der an, wie sitzt der? Dann die Geschichte und die Psychologie der Figur.“
Und mit Anton Corbijn, der als Fotograf preisgekrönt ist, habe man einen Regisseur gehabt, der die visuelle Seite des Projekts perfekt beherrscht habe: „Das entspannt einen schon mal. Und er hat uns einfach unser Ding machen lassen, ohne lange Diskussionen. Es war ein sehr intensiver Dreh.“
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