Nach Beschwerde-Brief

Protest aus NÖ zeigt jetzt Wirkung beim Bahn-Chef

Niederösterreich
31.10.2026 07:00

Nach der schriftlichen Beschwerde von Verkehrslandesrat Udo Landbauer streut ÖBB-Boss Andreas Matthä Asche auf sein Haupt und gelobt Verbesserungen im Bahnverkehr in Niederösterreich. Die Pendler werden's wohl erst glauben, wenn sie nicht mehr nahezu täglich Anschlüsse verpassen oder gar vergeblich auf Züge warten müssen.  

Zugausfälle, Oberleitungsschäden, Kabelbrände – die täglichen Hiobsbotschaften für heimische Bahnpendler nahmen im Herbst kein Ende. Vor knapp zwei Wochen reichte es Verkehrslandesrat Udo Landbauer. Der Freiheitliche forderte in einem geharnischten Brief an ÖBB-Chef Andreas Matthä die rasche Verbesserung der Situation auf Niederösterreichs Schienensträngen: „Die Pendler erwarten sich, dass die Bahn endlich wieder hält, was der Fahrplan verspricht.“

Beschwerde ernst genommen
Und der oberste Eisenbahner hat das Schreiben genau gelesen. Jetzt ist seine Antwort auf Landbauers Schreibtisch gelandet. In seinem Brief versichert Matthä einleitend, dass er Beschwerden „hinsichtlich Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Kundeninformation sehr ernst nehme“. Er betont: „Unser Anspruch ist es, solche Beeinträchtigungen möglichst zu vermeiden.“

Reserven bei Zugpannen
Dann listet der ÖBB-Boss in dem zweieinhalb Seiten langen Brief „konkrete Maßnahmen, um die Betriebsqualität weiter zu erhöhen“, auf. Zum einen sollen zusätzliche Fahrzeugreserven bereitgestellt werden, um bei Zugausfällen aufgrund technischer Probleme rascher reagieren zu können. Zudem wird man mit dem Fahrplanwechsel im Dezember Betriebsabläufe an Bahnknoten wie St. Pölten, Wiener Neustadt und Amstetten überprüfen, um Verzögerungen beim Umsteigen auszumerzen.

Raschere Pendler-Info
Matthä gelobt auch, dass die ÖBB künftig die Fahrgäste bei Störungen rascher informieren, die technischen Probleme auf stark befahrenen Strecken reduzieren und den Einsatz von Zügen und Personal besser abstimmen werden. Und er bietet dem Verkehrslandesrat ein persönliches Gespräch an: „Da die Herausforderungen eines wachsenden Bahnsystems nur gemeinsam bewältigt werden können.“

„Eine Bahn, die funktioniert“
Ob er dieses Angebot annehmen werde, lässt Landbauer vorerst offen. Er streicht einmal mehr hervor, worum es geht: „Die Pendler stehen früh auf und bezahlen ihr Ticket, um zur Arbeit zu fahren. Dafür verdienen sie eine Bahn, die funktioniert!“

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